Freitag, 5. Mai 2017

Die letzten 20 Minuten im Garten

... mag ich ganz besonders. Die Sonne geht langsam unter und die Zeit gehört mir ganz alleine. Niemand ist mehr draußen. Oder doch?

18.39 Uhr

Ich stehe noch am Arbeitstisch und putze Semperviven.



Auf dem Nachbaracker picken wie jeden Abend die Fasane. Sie sind inzwischen zur Ruhe gekommen: keine Konkurrenzkämpfe mehr um die Damen, denn die Familien haben sich inzwischen zusammengefunden.

Im Hühnerhaus nebenan höre ich Geflatter: die ersten Damen sind bereits auf der Stange: Weißgrünlegerin und Graugrünlegerin wollen sich schonmal die besten Plätze sichern!


Unten auf dem Boden sitzt die Schwarzweiße. Sie ist wieder mal "glucksig", was soviel heißt, dass sie brütet. Sie wird ständig von den anderen "Nichtglucksigen" bedrängt, die ihr gerne die eigenen Eier unterschieben wollen. Deshalb  muss die Glucke unter den Korb. Mehrmals am Tag wird sie rausgeholt, damit sie ihre dringende Geschäfte erledigen kann.


Draußen vor der  Luke stehen die noch Unentschlossenen.



Und schwupps schlüpft die Dicke hinein.
Draußen steht "Vorwerk-Hahn" und wartet, dass die Damen herbeikommen. Ich mag ihn. Er ist sanft, geduldig und gutmütig zu seinen Hennen und bewacht sie wie ein guter Freund. 


Und endlich kommen auch die letzten herbei.



Stopp, da kommt noch Schiefschwanz, wie immer die letzte:


Im Bruthäuschen sitzt "das Einzigste". Ihren Namen hat sie bekommen, weil sie das einzigste Küken aus einer Brut war, das überlebt hat. Nun brütet es selber und muss vor "Kuckuckseiern" geschützt werden. Das würde sonst zuviel Unruhe bringen: die Nester würden zu voll werden und angebrütete Eier würden rausgedrängt werden.


Ihnzwischen ist es
18.46 Uhr

Ich bin immer noch am Sempervivumputzen.


Und noch immer grasen die Fasane.
Ein Kuckuck ruft unermütlich und bald stimmen auch die Nachtigallen ein.
Hier und da hört man schon das laute Geschrei von einigen Fasanen,
wenn sie auf ihre Schlafbäume fliegen.


Langsam packe ich zusammen.


Unten am Bach geht ein Mann mit seinem Hund spazieren.


Ein letzter Blick in den Hühnerstall.
Es ist 18.57 Uhr
Wo ist Graugrünlegerin?

Sie hat immer noch keinen besten Platz gefunden.
Das kann noch eine zeitlang dauern. Ich schließe die Tür und gehe rein.

Es ist 18.59 Uhr.

Kommentare:

Petra hat gesagt…

Ich habe jetzt mit dir am Pflanztisch gestanden und diese friedliche und inspirierende Stimmung aufgesaugt. Morgen komm ich wieder.

MarionNette Herm hat gesagt…

Das sind ja wirklich tolle Ausblicke,die Du von deinem Pflanztisch aus hast. Die Hühner sind toll, ich hätte auch gerne welche, aber bei uns ist jede Nacht der Fuchs zu Gast und da hätte ich wohl immer Angst. Es war schön, abends bei Dir noch zu Gast zu sein. Liebe Grüsse für ein schönes Wochenende sendet Mariom.

Margeraniums Gartenblog hat gesagt…

Idylle pur, würde ich sagen! Hühner zu beobachten ist eine spannende Sache
... jedenfalls für ein Stadtkind, wie mich!
Ein schönes Wochenende wünscht Dir Margit

Frau Sonnenhut hat gesagt…

Was für ein feiner Beitrag zum Tagesabschluss, liebe Anne. Ja, ich halte mich auch abends so gerne noch draußen auf. Wenn rundherum alles zur Ruhe gekommen ist und es so friedlich ist. Das ist meine liebste Zeit.

♥ ♡ ♥ ♡ ♥ ♡ ♥
Herzlich grüßt
Uschi

Katharina hat gesagt…

Das war wirklich eine wunderschöne Beschreibung deiner persönlichen Abendstimmung im Garten.
Das Gefühl kann ich gut nachvollziehen, es herrscht einfach eine besondere Ruhe in allem.
Liebe Grüße
Katharina

Miuh hat gesagt…

So friedliche Stimmungen und Bilder... Da kann ich Die gut nachfühlen! Liebe Grüsse, Miuh

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