Montag, 31. Oktober 2016

Der definitiv allererste Rückblick auf das Gartenjahr 2016


Zugegeben - das ist wie Lebkuchen Anfang September. Trotzdem - ich will ihn schonmal wagen: den allerersten Rückblick auf das Gartenjahr 2016

Mai 2016:
Dank des anhaltenden Regens grünt das Grün so grün wie selten zuvor.
Jedoch: Schreckgespenst Zünsler befällt Beet Nr. 5, hinten links.



Eigentlich noch recht unauffällig und ich will es auch nicht wahrhaben! Ich ignoriere es, beauftrage lediglich meinen Chefhilfsgärtner (und Ehemann) etwas dagegen zu tun. "Nimm Neem!", lautete der Auftrag.

Juni 2016





Beet Nr. 5 hinten links erholt sich, hat nur noch ein bisschen Sonnenbrand von dem plötzlichen Wetterwechsel.

Juli 2016





Nichts ist mehr zu sehen - weder vom Zünsler, noch vom Sonnenbrand.

Nichtsahnend fuhr ich für 5 Tage in Urlaub  ...

Nach der Rückkehr lehrte mich mein Kräutergarten das Gruseln: die ganze Hecke war kahlgefressen! Es war so schrecklich, dass ich kein Foto mehr machen wollte - es gibt nur ein Bild vom befallenen Buchs, vorne im Hof:



Ein junger Kuckuck wartete darauf, dass ihn seine Pflegemutter versorgt. Ein ganz seltener Anblick, der uns einen Augenblick für unser Malheur entschädigte. Danach habe ich ihn nie wieder gesehen.

August 2016:
Alle Bemühungen, den Zünsler doch noch in Griff zu bekommen sind gescheitert. 
Der Chefhilfsgärtner bekam einen neuen Auftrag: "Nimm den Spaten!"

Und so sah das Ergebnis nach tagelangem Spaten und Umpflanzen Ende August aus. Es war jämmerlich und die Sonne ließ das Thermometer Tag für Tag auf 30° Celsius ansteigen.





Der Mönchspfeffer am Rande des Kräutergartens hat sich damals alle Mühe gegeben uns ein bisschen aufzumuntern - es ist ihm sogar teilweise gelungen.


Keine 2 Monate später, also Mitte Oktober 2016 sieht es im Kräutergarten so aus:













Aus den 6 Beeten wurden 10 Beete. Die meisten der Pflanzen wurden bei trockenem, heißen Wetter umgepflanzt und neu geordnet. Die Wege bekamen einen Belag aus Holzhäcksel und die Beete einen Rahmen aus Holz.

Das Holz stammt übrigens aus dem Gebälk des Nachbarhauses, das vor gut einem Jahr abgerannt ist. Mein Chefhilfsgärtner hat es aus dem Container gerettet und ihm eine neue Bestimmung zugeteilt. Lange Zeit haben die Balken über dem Garten getrohnt aber jetzt dienen sie meinen Kräutern als Bett.

Ich habe mich inzwischen mit dem Zünsler ausgesöhnt - er tat nur, was er tun muss. Ihm sind immerhin 100 m Buchshecke und 5 große Kugeln zum Opfer gefallen - eine Kugel war über 50 Jahre alt. Im Garten gedeihen die Kräuter so prächtig wie nie zuvor. Und die Dahlie, die im August bei 30° umgepflanzt wurde, ist auch nochmal zum Blühen gekommen.




 Ach ja, mein Chefshilfsgärtner ist längst zum Chefgärtner befördert worden!

Kommentare:

gartenbienenweide hat gesagt…

Liebe Anne,
ich lese deinen Blog schon seit längerer Zeit und er gefällt mir gut. Ein Garten verliert viel, wenn der Buchsbaum stirbt und es blutet das Herz des Gärtners. Aber ihr habt es gut gelöst. Durch die neuen Beete mit der modernen Einfassung ist der Garten "jünger" geworden.
LG. Agnes

Jo`s Garten hat gesagt…

Liebe Anne,

ich hätte weinen können, beim Anblick deiner Buchsopfer- die Alternative mit Holzbeeten gefällt mir, und meine kühnen Buchsträume habe ich so eben ad acta gelegt.
Ich wünsche dir einen schönen Novemberanfang.
Herzliche Grüße
Jo

Lis vom Lindenhof hat gesagt…

Noch hat uns der Zünsler nicht heimgesucht, aber mein erster Blick jeden Morgen wenn ich aus dem Fenster schaue gilt dem Buchs und ich atme immer auf wenn ich sehe dass er noch "da" ist! Ich kenne deinen Garten mit Buchs und auch ohne ihn, aber mit ihm hat mir dein Garten dann doch einen Tick besser gefallen. Aber so ist es nun mal und in ein paar Jahren wird es vielleicht nirgends mehr Buch zu sehen geben. Ich frage mich nun: Was frisst dann in Zukunft der Zünsler?????

LG Lis

Sigrun Hillsidegarden hat gesagt…

Ich wußte gar nicht, dass bei dir das Gartenjahr erst im Mai anfängt! ;) Liegst du etwa vorher auf der faulen Haut? Schöne Erinnerungen, ich mache im Winter einen Bericht über deinen Garten vom Sommer. Die Holzeinfassung gefällt mir gut - wie in England.

Al

Lila Flieder hat gesagt…

Liebe Anne,
auch mir blutet das Herz wenn ich die "Geschichte von deinem Buchsbaum" lese. Ich habe auch solch eine Hecke und sie sieht im Moment auch so aus, wie auf dem Foto mit dem Hühnerhabicht. Aber bei mir ist es wohl eher der Pilz der zugeschlagen hat. Noch will ich aber nicht aufgegeben und lasse sie auf alle Fälle bis zum nächsten Frühjahr stehen und dann werde ich mal sehen, ob es noch Sinn macht, sie zu erhalten.
Dein Garten sieht auch mit der neuen Umrandung toll aus und vielleicht sollte ich auch mal Ausschau nach Brettern halten.
Viele Grüße Doris

Karen Heyer hat gesagt…

Hallo Anne,
das ist ein eindrucksvoller, wenn auch trauriger Rückblick, nett betextet. Klopf auf Holz, noch hat der Zünsler nicht den Weg hierher gefunden, nur etwas Pilz wagt sich manchmal aus der Deckung. Für den Gemüsegarten wird meine Ersatzlösung (wenn ich sie mal brauche) aussehen wie die Eurige, die mir sehr gefällt.
Viele Grüße von Karen

reh-garten hat gesagt…

Hallo Anne, ich liebe ja dein Garten von Vorne bis Hinten und freue mich immer, wenn du was postest- was meinem Sinn nach noch viel öfter sein könnte:-)
Schlimm dass der ganze Buchs weg musste- gab es denn keine Rettung? Aber du hast echt das Beste daraus gemacht. Vorher war es sehr stilvoll und nun wieder ausgesprochen Stilvoll. Nur ganz anders. Und nun die Frage zur Praktikbiität: Wie arbeitet es sich denn so? Wie ist das mit Unkraut entfernen, Erde austauschen (bei Kompostdüngung), umgraben in so einem Kästchen? Bei meinem Hochbeet rieselt auch oft Erde unten raus, das nervt mich gewaltig. Wird dein schöner Mulch bei all diesen Widrigkeiten dreckig/ von Erde verschüttet?
Hast du eigentlich auch einen Gemüsegarten, hab das gerade nicht parat? Wie hast du da deine Beete?

lg

Die Gartenbotschafterin hat gesagt…

Ach herrje liebe Anne. Das war ja ein arbeitsreiches Gartenjahr, mit Bangen und Hoffen.
Der mit Buchs bewachsene, grüne Garten sah so wundervoll aus. Da könnte ich fast mit-weinen, daß er nun der Vergangenheit angehört. Es gab aber keine andere Lösung, und Du hast einen sehr schönen Kompromiss gefunden. Mit viel Fleiß noch dazu. In solch einer Situation könnte man fast aufgeben wollen.
Hut ab, also! LG Sabine

Marionette Hermann hat gesagt…

Liebe Anne, das Herz blutet einem schon, wenn man sieht was der Zünsler alles vernichtet hat. Aber jedes Ende fordert ja auch wieder einen neuen Anfang heraus und dir ist er ja aufs Beste gelungen. Gärtner müssen einfach mit Enttäuschungen und Rückschlägen leben. Dafür werden sie an anderer Stelle mit tollen Blüten belohnt. Ich habe in diesem Jahr bei mir auch schon die Hälfte der Buchse entfernt - der Rest (die ganzen großen und alten Pflanzen) werden nächstes Frühjahr weichen (vielleicht kann der eine oder andere gut erhaltene Ast noch im Adventsschmuck dienlich sein). An vielen Stellen weiss ich noch nicht was anstatt gepflanzt wird, im Schattenbeet habe ich weiß grünen Ilex mit roten Beeren, da habe ich glaube ich eine gute Wahl getroffen. Vielen Dank für den wirklich sehr anschaulich gestalteten Post und auf dass das nächste Jahr wieder mehr Gedeih und weniger Verderb beeinhalten werde. LG Marion

Johanna Gehrlein hat gesagt…

Hallo Anne,
das ging mir mit dem Buchsbaumzünsler ganz genauso. Mehrere Jahre habe ich den Buchs immer wieder durchgepäppelt, dieses Jahr war eine solche Menge Zünsler am Fressen, dass nichts übrig blieb. Die Hecke muss auch bei raus. Trotzem habe ich im Hof noch eine große Spindel, die kaum befallen wird. Mal sehen, ob das so bleibt.
Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Buchsersatz. Für Tipps wäre ich dankbar.
Liebe Grüße, Johanna

SchneiderHein hat gesagt…

Hallo Anne,
das Bild vom Kuckuck mit Buchs reicht wirklich, um eine Vorstellung davon zu bekommen was der Zünsler in Windeseile anrichten kann. Die Holz-Lösung für die Beete gefällt mir persönlich sogar besser, aber der Verlust der ganz alten Buchsbäume ist wirklich traurig.
Bei uns im Garten stehen 2 alte Sträucher wohl aus den 70ern, die inzwischen bald die 3m-Marke erreichen. Nach dem Lesen Deines Posts sollte ich mich wohl noch jeden Tag daran erfreuen solange es noch möglich ist …
VG Silke

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