Dienstag, 9. August 2016

Pflanzen am Wegesrand oder die Sache mit dem Namen


Sommerlicher Blick vom "Amiche" über Selzen bis zum Petersberg/Gau-Odernheim

Neulich war ich unterwegs auf dem "Amichen". Das Amiche ist ein Radweg in Rheinhessen. Bis 1989 fuhren hier noch Züge von Alzey nach Mainz. Dann wurden die Gleise abgebaut, der Weg geteert und für Zweiräder freigegeben. Woher der Name Amiche kommt ist nicht ganz klar, aber man sagt, hier sei sehr oft eine Frau namens Annemarie mit der Bahn unterwegs gewesen. Hm, na ja ... aber basst! Schließlich bin ich dort oft mit dem Rad unterwegs und heiße auch Annemarie.

Übrigens: Das Amiche ist sogar bei Wikipedia

Aber ich wollte ja was ganz anderes erzählen:

Auf dem Amiche fiel mir am Wegesrand wieder eine schöne "Straßenborder" auf. Dort wuchsen dicht beieinander viele Taubenkropfleimkraut-Pflanzen.


Leider war die Blüterzeit schon fast vorbei. Schade, denn besonders nachst verströmen diese einen wunderbaren Duft, der die Nachtfalter anlocken soll. Trotzdem sah die Border immer noch schön aus: wegen der aufgeblasenen "Taubenkröpfen".





Botanisch heißt das Taubenkropfleimkraut Silene vulgaris. Und wenn wir schon bei Namen sind: Silene kommt von Silenos. Und Silenos war ein ein Wegbegleiter von  Bacchus, der in der griechischen Mythologie auch unter dem Namen Dionysos bekannt ist. Mehr noch: Silenos war der Lehrer von Bacchus. Und von beiden ist bekannt dass sie gerne mal einen über den Durst hoben.

Der alte Silenos musste oft als Motiv bei den "Alten Meistern" herhalten. Die haben ihn gerne als betrunkenen dicken, alten Mann mit "Riesenplautze"dargestellt.
Ist sie etwa der Namensbezug zu unserer schönen anmutigen Silene? Hat der Namensgeber den "dicken Wanst" mit den aufgeblasenen Kelchröhren des Taubenkropfleimkrautes verglichen? Wir wissen es nicht!

Mir ist dann der Vergleich  mit dem Taubenkropf lieber: der satte dicke Kropf einer weißen Taube.



Kommentare:

Ingrid S hat gesagt…

Hallo Anne,
ich liebe diesen 'Straßenborder' und gucke auch immer genau hin. Besonders schön hat sich der Streifen neben unserer Bundesstraße entwickelt. Dort stehen Gruppen von Wildpflanzen, die wunderschön blühen. Trotz Streusalz, Trockenheit oder Überschwemmungen nach Starkregenfällen haben sie sich hier behaupten können.
Liebe Grüße von Ingrid

Karen Heyer hat gesagt…

Hallo Anne,
nun weiß ich dank Dir endlich, wie diese hübschen Blümchen heißen. Ich mag die auch sehr. Der Taubenkropf passt wirklich gut.
Viele Grüße von Karen

Marionette Hermann hat gesagt…

Ich mag sie auch sehr, die Silene. Letzthin habe ich entdeckt, dass sie sich wunderbar im reifen Zustand trocknen lässt. An meinem Gassiweg entdecke ich sie ab und an und habe schon mit Samen geliebäugelt für den Garten. Vielen Dank für diesen lehrreichen und schönen Post über diese sehr ungewöhnliche Pflanze am Wegesrand. LG Marion

Heidi hat gesagt…

Liebe Anne,
ich habe es gestern schon geschrieben: Ich bin so begeistert von Dir, Deinem Blog, Deinen Überlegungen, dass Du Dich ab jetzt auch auf meinem Blog finden kannst...
Schau doch einfach mal rein...
...es würde mich freuen!

Alles Liebe
Heidi

white and vintage hat gesagt…

Liebe Anne,

ich habe mich immer gefragt, wie dieses Blümchen wohl heißt. Auf unseren Wiesen blüht es massig und ich habe es auch für meine Blumensträuße verwendet aber ich wusste nie seinen Namen. Dank dir, weiß ich es nun :)!
Ganz liebe Grüße und noch einen wundervollen Tag,
wünscht dir Christine

gartenverbandelt hat gesagt…

Hallo Anne,
ich mag diese Silenen auch sehr gerne. Im Mai waren wir im Schwarzwald in der Nähe von Staufen dort wuchs überall am Strassenrand auch eine Silenenart, allerdings eine lilafarbene Sorte. Stand sogar im Reiseführer!
LG Dagmar

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