Sonntag, 10. Juli 2016

Blick-Fang Zuckerrübe


Letztens fuhr ich mit meinem Fahrrad durch die Ackerkulturlandschaft von Rheinhessen. Das kann unter Umständen ganz schön lanweilig sein - besonders wenn man an Zuckerrübenfeldern vorbeiradelt: Zuckerrüben - so weit das Auge reicht ... nichts anderes.

Doch plötzlich wurde mein Blick von etwas ungewöhnlichem eingefangen und ich musste einfach nochmal zurück:



es waren ein paar rote Blätter im sonst so eintönig grünen Rübenmeer.


Die Früchte der Rüben (also nicht der Wurzeln) sind seit der Jungsteinzeit bekannt. Man vermutet, dass damals nur die Blätter und Stängel gegessen wurden. Das ist gar nicht so verwunderlich, da die Zuckerrübe mit dem Mangold verwandt ist.

Rüben wurden bereits in den hängenden Gärten von Semiramis angebaut. Auch die alten Griechen und Römer kannten sie. Die Römer nannten die Rüben "Beta" und sie kannten helle und dunkle Sorten. Aus der dunklen Sorte entwickelte sich später die Rote Bete.

Bis zum 16 Jh. wurden hauptsächlich nur die Stiehle und Blätter als Nahrungsmittel für Mensch und Tier genutzt. Dann erkannte man, dass man aus den Wurzeln einen süßen Sirup gewinnen konnte. Es dauerte noch bis ins 19. Jahrhundert bis man aus den Rüben den Zucker produzierte den man heute kennt.
(Quelle: Wikipedia)

Wer weiß - vielleicht ist meine Rote Rübe vom Fahrradweg eine Mutation zurück in die Vergangenheit - in die Zeit der Römer.Und eines würde mich noch interessieren: kann man aus den Blättern der Zuckerrübe immer noch ein leckeres Gemüse herstellen? Ein Versuch wäre es mal wert.






Kommentare:

Marionette Hermann hat gesagt…

Bei uns hier in der Nähe gibt es alle paar Jahre (Fruchtwechselbedingt) auch riesige Felder mit Zuckerrüben der Firma Südzucker. Allerdings bin ich noch nie auf die Idee gekommen, die Blätter zu essen, da ich über die Verwandtschaft zum Mangold auch nicht Bescheid wusste ;-)). Solltest Du es probiert haben, lass uns wissen, ob es lecker schmeckt. Vielen Dank fürs Zeigen deiner schönen Bilder. LG Marion

Sigrun Hillsidegarden hat gesagt…

Ich liebe deine Berichte. Erstens bildet man sich und zweitens gibt es Außergewöhnliches zu sehen. Beta mag ich auch sehr gerne, aber nicht vorgekocht, sondern selbstgemacht, Borschtsch zum Beispiel!

Sigrun

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo liebe Anne, das ist ja mal eine tolle Sache und du hast so genau wieder hingeschaut. Ich habe jetzt auch das botanische Wissen erweitert...wie gut, dass es solche Bloggerfreundinnen gibt.
Wuff und LG und die Ackerwinde hat sich im alten Revier (die Kinder haben es ja übernommen) ihren Platz erneut zurückerobert....und blühen wie verrückt)
Aiko

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