Montag, 4. Januar 2016

Es grünet so grün im Kräutergarten

 In milden Wintern kann man auch im Januar noch Kräuter ernten. Zum Beispiel:

Koriander - im Frühling gesät und im Sommer größtenteils geerntet. An den restlichen Pflanzen ist der Samen herangereift. Frisch geernteter Koriandersamen darf  in unserer Küche niemals fehlen. Ist er doch die allerwichtigste Zutat für meine Gewürzmischungen. Ein Teil der Samen fällt überreif zurück ins Beet, keimt erneut und wächst bis zum Winter wieder erntereif heran. Und darauf ist die ganze Familie schon ganz gierig. Denn Koriandergrün im Winter geerntet und auf den Tisch gebracht,  ist was ganz besonderes. Es bringt den Sommer wieder zurück auf den Tisch.



Dagegen ist die Winterkresse eher ein Winterkraut. Diese Kresse wird auch Barbarakraut genannt, denn sie ist der heiligen Barbara geweiht. Sie hat einen sehr würzig-scharfen Geschmack und passt hervorragend zum Butterbrot, zu Eierspeisen und natürlich auch zum Quark.




Einmal habe ich mir im Sommer auf dem Kräutermarkt eine Winterkressepflanze gekauft. Ich musste mich im darauf folgenden Winter ganz schön zurückhalten um die Pflanze nicht völlig abzuernten. Mein Pflänzchen war nämlich für etwas ganz großes bestimmt. Es sollte zur Mutter aller nachfolgenden "Barbaras" werden. Denn Samen davon ist im Handel kaum erhältlich. Dabei wächst diese Pflanze als Unkraut oftmals unerkannt am Wegesrand. Aber keiner getraut sich so richtig an sie ran, oder weiß nichts von ihr.
Kurzum: das Barbarakraut ist 2-jährig. Wird sie vom Frühjahr an bis zum Sommer gesät, wächst sie allmählich heran und wird dann im Winter geerntet (also nur einzelne Blätter!). Im 2. Jahr blüht sie, reift heran und bildet Samen, die bis zum Winter wieder heranwachsen. Und der Kreislauf beginnt von vorne.

So ähnlich ist es auch beim Koriander. Merke: einmal Koriander und Barbarakresse gesät - niemals vergäht ;)


Nach all den üppgen Feiertagen gelüstete es der Familie wieder nach Frischem! Grünen! Und da kam uns der Kräuternachwuchs gerade recht!

Heute gab es bei uns "Kanarische Runzelkartoffeln" (nicht im Bild, aber sicherlich bei Chefkoch zu finden) und grüne Mojo mit Avacado und Koriander. Außerdem Quark mit Barbarakresse.






Pah - da kann es draußen doch regnen, was es regnen will! Bei uns jedenfalls schmeckte es richtig nach Sommer!

Übrigens: Barbarakessesamen kann man auch hier bestellen.




Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke für die ausführliche Beschreibung der beiden Kräuter, leider hab ich noch wenig Erfahrung mit ihnen. Zu dem sogenannten Barbara-Kraut habe ich eine Frage? Wird dieses Kraut auch Brunnenkresse genannt und wächst an Bächen und Gräben wild, am Straßenrand hab ich´s noch nie gesehen.
Grüße von Ilona

majorahn hat gesagt…

Hallo Ilona.
Nein, das Barbarakraut ist nicht die Brunnenkresse. Aber es schmeckt ähnlich.
Auf botanisch heißt das Kraut Barbarea vulgaris. Anders wie Brunnenkresse, braucht es keinen nassen standort. Siehe auch hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Winterkresse
Gruß Anne majoRahn

Mach Mal hat gesagt…

Es ist schön so viel Grün noch im Winter zu sehen. Und was du da gezaubert hast, sieht super lecker aus! Toll :) Liebe Grüße, Kathreen von "Mach mal"

Anonym hat gesagt…

Danke für die Antwort liebe Anne, ich werde mal Ausschau halten auf das Barbara-Kraut und es erst mal probieren.
Gruß Ilona

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