Samstag, 14. Dezember 2013

Abgetaucht - Die Entstehung unseres Senkgartens



Auf Wunsch eines Lesers, habe ich meinen Uralt-Post aus dem Jahre 2008 nochmal aus dem Keller geholt. Viel Spaß beim Lesen und Schauen.

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Endlich, endlich, endlich: ich kann meine alte DVD wieder ansehen. Auf dieser sind meine ersten Digi-Bilder gespeichert. Mein alter Computer schaffte es nicht mehr, sie zu öffnen.
Unter vielem anderen fand ich auch wieder die Aufzeichnung über die Entstehung unseres Senkgartens im Jahre 2004. Gerne erzähle ich seine Geschichte:

2003 gaben wir nach vielen Jahren unsere kleine Schafherde auf. Das Füttern, Pflegen und die Schur wurden zu mühsam. Der alte Stall wurde abgebaut und zurück blieb eine Wüstenei aus Brennnessel, Giersch und Gerümpel.
Was sollten wir nun mit dem freigewordenen Feld machen. Es grenzte an unseren damals noch kleinen Garten und war von unserer Terrasse aus sichtbar.

Im Herbst 2003 deckte ich zuerst den allerschlimmsten Unkrautbefall unter unserem Apfelbaum mit Folie ab, damit der Boden im Winter trocken blieb. Und dann begann die Arbeit: Zentimeter für Zentimeter grub ich Giersch- und Brennnesselwurzel aus. Dabei wurden alle Gehölze mit ausgegraben, von "bösen" Wurzeln befreit, zurückgeschnitten und wieder eingepflanzt. Das war harte Arbeit!

Da unser Grundstück direkt an einen stillgelegten Acker im Naturschutzgebiet grenzt, haben wir uns überlegt, einen tiefer gelegenen Sitzplatz zu schaffen.
Im April 2004 war es dann soweit: unser Nachbar hat mit seinem Kleinbagger ein Loch ausgegraben und die ausgehobene Erde in L-Form als Wall aufgetürmt. So hatten wir eine perfekte Abgrenzung zur wilden Nachbarwiese - ohne lästigen Zaun. Dann haben wir aus Kalksandsteinen, die bei uns in der Natur vorkommen, Terrassen gebaut.
Was heißt hier wir: die Steine hat mein Mann gesetzt - und ich?
Ich habe gesagt wie er es machen soll.

Die Treppen und die erste Terrasse ist fertig.
Im Vordergrund sieht man das ehemalige Gierschfeld.
Bis heute ist der Giersch übrigens weggeblieben.



Auf die Erde haben wir eine Folie gelegt, damit das Unkraut nicht überhand nimmt - eine sehr kluge Idee.
Als Bodenbelag haben wir "Limburger Kies gewählt. Er passt farblich wunderbar zu unserer Feldsteinmauer.

Noch am gleichen Tag habe ich die Pflanzen gesetzt und Anfang Mai gab es das erste Frühstück in unserem neuen Senkgarten.

2007 - 3 Jahre später:
Wenn ich im Senkgarten stehe und in Richtung Süden fotografiere, habe ich dieses Bild vor der Kamera:

Wenn ich vom Norden her - lies vom Hühnerstall - herkomme, habe ich diesen Blick:

Und wenn ihr genau hinschaut, seht ihr in der linken mittleren Hälfte eine Leiter an einem Baum gelehnt (vielleicht erkennt ihr es besser auf der Vergrößerung). Und genau da geht es zum Senkgarten runter.

Heute: Mai 2008

Der Senkgarten ist unsere sonnigstes Plätzchen. Dort ist es wie im Süden. Bald fangen wieder die weißen Rosen an zu blühen, die ich oben auf den Wall gepflanzt habe. Eine himmlische Rose, namens Schneekönigin - sie duftet stark in der Dämmerung.

Weil es im Senkgarten so sonnig und warm ist, habe ich dort meine Steinrosen-Sammlung (Dachwurz) untergebracht. Rund 70 verschiedene Sorten sind es inzwischen und immer wieder kommen neue dazu.

Um nichts in der Welt würde ich unseren Senkgarten eintauschen. Denn wo sollte ich besser abtauchen können als hier.

Eure Astrantia.

Anhang: durch einen Zufall bin ich heute auf folgenden Block gestoßen:
http://www.das-wilde-gartenblog.de/2008/05/05/blogprojekt-gartengestaltung-los-gehts/
Hier wurde ein Wettbewerb über Gartengestaltung ausgeschrieben.
Sehr gerne nehme ich daran teil und füge wunschgemäß das Logo hier ein.


Egal ob ich einen Preis gewinne oder nicht - es ist eine ganz tolle Idee von den Blogbetreibern. Herzlichen Dank - ich denke von dieser Idee werden wir noch einiges sehen.

Kommentare:

Lis hat gesagt…

Wunderbar Astrantia! Euer Senkgarten ist einfach eine Wucht und wahrscheinlich denkt niemand mehr ernsthaft daran was es für eine Schufterei war ihn anzulegen. Er sieht einfach klasse aus und man kann regelrecht in eine andere Welt abtauchen. Hier bei mir, wo jeder Handgriff von den Nachbarn beobachtet werden kann, wünsche ich mich manchmal auf den Mond! Oder ein tiefer Senkgarten würde es auch schon tun! :-))
LG Lis

Matthias hat gesagt…

Wow ein Senkgarten, davon hatte ich ja noch nie was gehört, obwohl unser ganzer Garten ein Senkgarten war. (ca. 1,5 m unter der Straßenebene)
Sehr weise von euch diese Arbeitsteilung, Männer haben es manchmal ganz gerne, wenn sie die Muskelhelden sein dürfen und sich über ästhetischen Schnickschnack keine Gedanken machen müssen.
LG
Matt

Fuchsienrot hat gesagt…

Hallo Astrantia,
euer Senkgarten ist ja wirklich ganz phantastisch - einfach einsame Spitze! Deine Dachwurzen haben dort den idealen Platz gefunden.
Ich drück dir ganz, ganz fest die Daumen für den Wettbewerb...
LG
Angelika

stadtgarten hat gesagt…

Das war mal interessant zu lesen, wie mein "Lieblingssenkgarten" entstanden ist. Das ist so ein idyllischer Platz!
Und ich hätte nicht gedacht, dass er noch so neu ist! War das in dem Jahr, wo wir beim Bärlauchfest den Flohmarkt hatten oder ein Jahr davor?
Liebe Grüße, Monika

Ute hat gesagt…

Hallo Anne, euer Garten ist ja so idyllisch! Man hat fast den Eindruck, man wäre irgendwo im sonnigen Süden! Aber sonnig und heiß ist es in Rheinhessen ja tatsächlich oft. Ich kann mir vorstellen, dass es viel schweißtreibende Arbeit war, vor allem mit den Steinen, aber es sieht auf deinen Bildern irgendwie ganz leicht aus. Weitere sonnige Tage wünscht dir Ute

Henny hat gesagt…

wirkich wunderschön!!
Ich finde es immer spannend wie aus einem unattraktiven Garteneck langsam ein kleines Paradiesplatzerl wird!!
Und toitoitoi für den Wettbewerb!!
lg henny

Bek hat gesagt…

Wow. Kann ich mir vorstellen, wieviel Arbeit ihr daran gehabt habt. Jetzt, wo alles begruent ist sieht es einfach wunderbar aus. Auf so eine Idee muss man mal kommen. Wirklich schoen.
LG, Bek

SchneiderHein hat gesagt…

Schön, dass Du für diesen Wettbewerb Deine alten Fotos rausgekramt hast. Denn sonst hättest Du diese Entstehungsgeschichte bestimmt erst später einmal hier gezeigt. Das ist ja wirklich recht schnell ein sonniger schöner Ort geworden, obwohl das sicherlich reichlich Buddelei und Schlepperei war!
Aber bei dem tollen Ergebnis ist die mühevolle Arbeit hoffentlich bald vergessen gewesen...
Liebe Grüße
Silke

Barbara hat gesagt…

Eine grossartige Leistung habt ihr da vollbracht, ein richtiges Meisterwerk. Ein dickes Kompliment! Ich kann mir gut vorstellen, dass du dich in diesem geschützten und warmen Gartenteil mit den Hauswurzen sehr wohl fühlst (würde ich mich auch ;-) !) und dort die Seele baumeln lassen kannst. Der Senkgarten ist wunderschön geworden! Toll ist auch, dass du alles dokumentiert hast.
Liebe Grüsse,
Barbara

Bella hat gesagt…

Euer senkgarten ist unglaublich schön, überhaupt mag ich diese Trockenmauern so gerne, sie geben so eine ganz besondere Atmosphäre.
LG Bella

sisah hat gesagt…

Durch das Projekt des Wilden Gartenblogs bin ich auf Deinen Blog aufmerksam geworden und bin begeistert über die Umsetzung Deiner Projektidee und ihrer Dokumentation.Als in der Nähe des Bornimer Senkgarten wohnende Hobbygärtnerin, hatte ich- als ich über diese Projekt las- zuerst die Idee,der Foerster-Garten wäre Vorbild für eine Neugestaltung, aber dieser Senkgarten ist etwas sehr Eigenes und Anderes geworden. Mein absoluter Favorit in diesem Blogprojekt...bisher jedenfalls!
LG
Sisah

Ulinne hat gesagt…

Das ist ja wunder-, wunderschöööön, ich bin begeistert! Und dann habt ihr neben dem tollen Garten auch noch so einen herrlichen Ausblick - so viel "Gegend" drumherum.
Beneidenswert!
Die Idee mit dem Senkgarten ist toll. Kann mir vorstellen, dass ihr dort so richtig die Wärme einfangt und vor Wind geschützt seid. Und dann habt ihr ihn noch so herrlich gestaltet ...
Ich bin einfach hin und weg! ;-)
Begeisterte Grüße
Ulrike

Margit hat gesagt…

Liebe Astrantia, sehr beeindruckend, was ihr beinahe aus dem Nichts geschaffen habt. Ein wunderbarer Platz, der Senkgarten, lädt richtig zum Verweilen, aber auch zum genauen Hinschauen ein. Ich habe deinen Senkgarten schon auf deiner Website immer mal wieder angeschaut und mich in den Süden geträumt...
Liebe Grüße, Margit

Hillside Garden hat gesagt…

Eine wunderschöne Geschichte - und jetzt weiß ich auch, dass auch du (ich auch) früher Schafe hattest! Nur geschoren haben wir nicht!
Ich kenne einige Senkgärten, aber deiner ist der Schönste, ich hab ihn schon ein paarmal fotografiert. Es liegt so viel Herz in ihm drin!

Al

Das wilde Gartenblog hat gesagt…

Dieser Beitrag hat einen der beiden ERSTEN PREISE im Blogprojekt Gartengestaltung gewonnen - wir gratulieren!

Bitte teile uns Deine ANSCHRIFT mit, damit wir den Preis zusenden können.

Danke für deine Teilnahme und
herzlichen Gruß

Claudia u. Matthias

das-wilde-Gartenblog.de

Ein Schweizer Garten hat gesagt…

Ich habe mir nun die Bilder von eurem Senkgarten wieder und wieder angeschaut und bin wirklich schwer begeistert. Er fügt sich so harmonisch ein, ist grossartig bepflanzt und die Feldsteinmauern sind einfach 1A!
Ihr habt etwas wunderschönes geschaffen, darauf dürft ihr echt stolz sein. Auch der Rest des Gartens zeigt genau diese gelungene Mischung aus wild und gepflegt, genau mein Geschmack.
Liebe Grüsse
Carmen

Frauke hat gesagt…

Grossartig ist Eurer Senkgarten, gelungen und vor allem auch groß genug.
mit so richtig südländischen Feeling durch die Kalksteinmauern und sie speichern die Wärme ja auch gut,
aber ganz anders als der Senkgarten mit Wasserbecken von Forster

Der Aufwand war ja enorm aber ich wünsche Dir weiterhin girschfreie Zone,
allerdings brauche ich mehr den Schatten aber schön so tolle Ideen zu sehen Grüße von Frauke

Garten hat gesagt…

Genau so einen Senkgarten würde ich gerne in meinem Kleingarten anlegen. Mir gefällt der mediterrane Eindruck des Gartens sowie die Kalksteintrockenmauern als Umfriedung.

dominik hat gesagt…

Mega cool ich habe das an meinem haus auf mallorca probiert und es schaut klasse aus bilder folgen bald... klasse Senkgarten!!! Gruss aus der Sonne der Eismann :-)

KarinBulp hat gesagt…

Ja, das ist der Wahnsinn! Habt ihr euren Senkgarten ganz allein angelegt und geplant? Wenn ja, unglaubliche Leistung! Oder hat euch bei manchen Bauabschnitten ein Landschaftsgärtner unterstützt? Wer hat euch das Terrain ausgehoben?
Und wie es sich dann entwickelt hat mit all den tollen dekorativen Elementen und dem Sitzplatz!
Wie sieht es aus bei starkem regen? Bleibt viel Regenwasser im Bodenbereich liegen oder fließt es relativ schnell ab?
Ich würde so etwas wahrscheinlich nur mit einem professionellen Gartenbau in Angriff nehmen! Aber bei deinen Bildern reizt es mich schon sehr!
Toll!

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