Donnerstag, 7. Februar 2013

Ich liebe Blumen ...


... auch im Winter.

Ich möchte wirklich niemanden auf die Füße treten, aber ein paar kritische Gedanken in Bezug auf diese prachtvollen Blumensträuße im Winter sollen mir heute mal erlaubt sein.

Draußen ist es kalt und die Tage sind relativ kurz und dunkel. Keine Rose, kein Flieder, kein Mohn usw. kämen zur Zeit bei uns auf die Idee zu blühen. 

Wenn ich jetzt "exotische" Blumen sehe, muss ich an wohltemperierte Gewächshäuser denken, die mit viel Energie erhellt und beheizt werden.

Mir fallen Filme ein, in denen Menschen in weißen Schutzanzügen - auf ihrem Kopf tragen sie Masken - Pflanzenschutzmittel ausbringen müssen. Das heißt, wenn sie Glück haben! Wenn die Arbeitgeber keine Fürsorgepflicht für die Arbeiter hegen, müssen sie ungeschützt die Chemie auf die Pflanzen ausbringen.

Ich muss an Felder auf den Kanaren denken. Dort brennen in der Nacht  Millionen von Glühbirnen um den Blumen helle Tage vorzutäuschen. Und das nur damit sie den Wettkampf gewinnen und die Ersten auf dem Markt sind.

Ich muss auch daran denken, dass die Blumen um die halbe Welt reisen müssen und die Flugzeuge dabei einen Heidensprit verbrauchen und eine Menge Lärm machen ...

Mit all diesen Bildern im Kopf kann ich die "makellos Schönen" nicht mehr auf meinem Tisch genießen. Ich wüsste nicht mal, ob ich nach ein paar Tagen die verblühte Pracht auf dem Kompost entsorgen könnte, denn wer garantiert mir, dass sich die Chemie wirklich abgebaut hat.

Dabei muss man auch im Winter gar nicht auf das geliebte Grün und den Blumenschmuck verzichten. Mit etwas Phantasie kann man die tollsten Arrangements auf Tisch oder Fensterbank zaubern. Schaut selbst:



Auf einem Tablett stehen viele kleine Väschen vom Flohmarkt, die ich mit etwas Watte gefüllt habe. Dorthinein säe ich Kressesamen, der feucht gehalten werden muss. Wenn sich die ersten Blättchen entfalten, spüle ich die Sämlinge jeden Tag einmal mit frischem Wasser aus. So werden die zarten Pflänzchen nicht modrig.
In ein paar Väschen kommen Christrosen aus dem Garten (aber das muss nicht unbedingt sein, es sieht auch ohne sie hübsch aus).

Und das beste: jeden Tag habe ich ein Gläschen mit frischen Kräutern für den Salat, das Butterbrot oder einfach nur als Streugrün z.B. für Aufläufe.


Habt ihr auch eine gute Idee für umweltfreundlichen winterlichen Blumenschmuck? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir eure Ideen verratet. Zeigt Sie doch mal auf euren Blogs, ich würde sie dann gerne hier verlinken. 

Ich selbst habe auch noch ein paar Ideen um diese scheinbar blütenlose Zeit zu überbrücken. Demnächst mehr.


Kommentare:

Regenwurmgarten hat gesagt…

Kresse-Deko! Das ist ja eine tolle Idee.

Ich bin so gar kein Deko-Mensch und ich warte einfach, bis es draußen wieder blüht. Das ist mir die liebste Deko. Wobei ich im letzten Jahr blühende Zwiebelblumen gekauft und auf den Tisch gestellt hatte - ich kann einfach jedes Jahr wieder den Frühling nicht erwarten.

So sah das aus: http://regenwurmgarten.blogspot.de/2012/02/winter-drauen-fruhling-im-haus.html

Und ich werde es wieder so machen.

chagall hat gesagt…

Hallo Anne, ja unter welchen Umständen es uns ermöglicht wird, zu jeder Jahreszeit die schönsten Blumen zu bekommen, machen wir uns leider oft nicht bewusst.
Auch ich habe mir in der letzten Woche einen großen Strauß Tulpen gekauft, weil ich mal wieder Farbe brauchte. Aber du hast schon recht. Jetzt fängt die Hasel an zu blühen und der Winterjasmin macht auch immer noch was her... die werde ich mir als nächstes ins Haus holen.
Lieben Gruß von Heike

Elke hat gesagt…

Liebe Anne,
ich hole mir auch aus denselben Gründen wie du keine Schnittblumen nach Hause.
In den Parks wird gerade im Februar immer sehr viel auf den Stock gesetzt, die Äste bleiben lange auf den Rasenflächen liegen, so dass man sich ein paar Äste mitnehmen kann. Kornelkirsche blüht dann hübsch in der Wärme. Ich ärgere mich aber trotzdem jedes Mal, wenn die Stadtgärtner wieder eine wunderschöne alte Kornelkirsche umgehauen haben.
VG
Elke

Sisah vom Fließtal hat gesagt…

Deine kreativen Einfälle sind immer nachahmenswert!Diesmal etwas für den politisch korrekten Gärtner! Entschuldige die Frozzelei, ich gehöre auch nicht zu den Deko-Menschen, aber ein Tulpenstrauß oder vorgezogene Hyazinthen im grauen Spätwinter mag ich sehr. Dennoch plagen mich genau die Gedanken, die du hier anführst, wenn ich in einen Blumenladen gehe, stelle ich mir durchaus dieselben Fragen nach fairem Handel und kaufe mit schlechtem Gewissen. Übrigens gibt durchaus schon Fair-Trade Blumensträuße im Handel!
Was mir außerdem zu diesem Thema einfällt, da du die Fürsorgepflicht der Arbeitgeber in diesen Länder erwähnst, solltest du nicht dabei vergessen zu erwähnen, welche Arbeitsbedingungen eine einheimische Floristin in der BRD vorfindet. Ihr Lohn ist häufig so gering, dass sie zu den sogenannten Aufstockern gehören, weil ihr Lohn nicht ausreicht um alleine über die Runden zu kommen.
Wenn wir jetzt alle ökologisch korrekt sind und nur noch Blüten aus dem eigenen Garten in die Wohnung holen, dann sind Arbeitsplätze gefährdet...ein Dilemma finde ich.
Ich bin aber dennoch sehr gespannt auf deine weiteren politisch korrekten Alternativen!
LG
Sisah

SchneiderHein hat gesagt…

Liebe Anne,
1x werde ich in den nächsten Tagen wohl mal schwach und werde einen Strauß Tulpen vom Discounter besorgen. Aber selbst bei Tulpen musste ich im letzten Jahr feststellen, dass sie mir kaum lange Freude im beheizten Raum machten ...

Ich werde also bald wieder meine Porzellanglöckchen an die geschnittenen Zweige aus dem Garten hängen, und ein paar künstliche Frühjahrsblüher in dunkelen Ecken mit frischen Gartengrün kombinieren. Denn die früheren Versuche vorgetriebene Zwiebelblumen und Priemeln zuerst im Haus zu haben und später im Garten zu kultivieren, waren von mäßigem Erfolg gekrönt. Das steht wirklich in keinem Verhältnis zu den Energiekosten, die es verursacht.
Liebe Grüße
Silke

Lis hat gesagt…

Jetzt weiss ich auch warum ich mir neulich Kunstblumen gekauft habe, da muss ich wenigstens kein schlechter Gewissen haben. Für dunkle Zimmerecken sind sie bestens geeignet, da fällt es eh nicht auf ob sie nun echt sind oder nicht!
Deine Idee ist übrigens klasse, das könnte man bestimmt auch mit Katzengras machen

LG Lis

MarieSophie hat gesagt…

Deine Deko sieht ja wirklich ganz toll aus und macht auch Frühlingsstimmung. Ich habe gerade die zweite Auflage des Barbarazweiges im Wohnzimmer. D. h. am Barbaratag hole ich Zweige ins Haus. Ein Teil kommt gleich ins Warme. Der blüht dann an Weihnachten. Der andere Teil kommt in die Waschküche und wird später heraufgeholt. Nun steht ein Kirschzweig in voller Blüte. Demnächst wird er auf einem Post zu sehen sein, die Fotos sind schon gemacht.
Liebe Grüße von Marie

Calendulabine hat gesagt…

Hallo Anne,
ich lese schon ziemlich lange deinen Blog. Und heute muss ich auch meinen Senf dazu abgeben: Das sind genau meine Gedanken! Toll, dass du es angesprochen, äh niedergeschrieben hast.
Viele Grüße
Calendulabine

Lebenszeit hat gesagt…

Ich kaufe ganz ganz wenig Schnittblumen, aber an diesem Wochenende brauchte ich Farbe. Ein winziger Straß Tulpen muss genügen. Aufgehübscht mit ein paar Korkenzieherhasel-Zweige machen sie mir viel Freude. Die Kresseidee gefällt mir sehr gut. Bisher habe ich Kresse immer auf ein Stück Küchenpapier in einer Schale ausgesät, aber diese Idee werde ich ganz sicher nachmachen. In den Pressgläser sieht es ganz zauberhaft aus. Vielen Dank dafür.
Herzliche Grüße
Rita

Renate Waas hat gesagt…

Da hast Du ein wichtiges Thema angesprochen und gleich ein so schönes Beispiel für Winter-Blumen-Deko gebracht!
Ich möchte noch Winterschneeball hinzufügen - der duftet auch so toll!
Man kann ja selbst ein paar Zwiebelblumen in Töpfe pflanzen und ins Zimmer holen (und später in den Garten setzen). Da hat man auch frühe Narzissen oder Schneeglöckerl. Bei mir hat das recht gut funktioniert.
Jetzt ist ja bald Valentinstag und da bricht der Wahnsinn ja schon wieder aus.
Mein Süßer denkt sicher nicht an Blumen - und das ist gut so.
Viele liebe Grüße von Renate

Ambiance-Jardin hat gesagt…

Sehr schön liebe Anne, du hast immer so tolle Ideen !
Bis bald, liebe Grüsse, P.

braunelle hat gesagt…

Hallo Anne,
bei Tulpen, Narzissen, Hyazinthen werde ich schwach im Frühjahr,aber sonst kommt vieles aus dem Garten - obwohl ich auch hier ein schlechtes Gewissen habe - auf den Tisch und in diesem Fall in die Vase. Sonst nehme ich lieber ein Töpfchen mit Zwiebeln vom Gärtner mit.
Das mit der Kresse ist toll. Werde ich gleich ausprobieren.
Liebe Grüße
Braunelle

gartenverbandelt hat gesagt…

Hallo Anne,
wirklich gute Idee deine Kombi!
Ich achte auch bei der Deko immer auf jahreszeitliche Blumen, genau wie beim Kochen ,da gibts auch keine Erdbeeren im Dezember bei uns. Allerdings muss ich zugeben jetzt doch schon zu vorgetriebenen Narzissen gegriffen zu haben, aber ich glaube die werden noch relativ umweltverträglich gezogen. Auf jeden Fall landen sie im Herbst noch in unserem Garten und sind bei mir kein Wegwerfprodukt.
Sei lieb gegrüßt
Dagmar

Barbara hat gesagt…

Liebe Anne, bis jetzt bin ich noch gar nie auf den Gedanken gekommen meine Kressesamen in so hübschen Gläsern wie du sie zeigst zu präsentieren. (sie stehen bei mir auf dem Küchenfenstersims in ganz unprosaischen Schalen!) Aber so sehen sie tatsächlich sehr, sehr hübsch aus. Diesen Tipp merke ich mir, vielen Dank. Und was du über Blumensträusse im Winter sagst ist vollkommen richtig. Aber ab und zu kommt man fast nicht umhin einen Strauss zu kaufen für ein Gastgeschenk einer Blumenfreundin. Die eigene blumige Winterdekoration besteht bei mir immer "nur" aus vorgezogenen Kirschzweigen (die Bauern schneiden jetzt die Obstbäume und lassen die Zweige liegen), Zweigen von Beerensträuchern aus dem Garten und natürlich Helleborus (diese halten allerdings nicht lange in der Vase). Im Garten findet sich eigentlich immer etwas (auch der alte Efeu mit seinen Blüten ist sehr dekorativ).
Liebe Grüsse aus einem tiefverschneiten Garten,
Barbara

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Liebe Anne, so wie Du es beschreibst - wie Du es auch spürst - so ist es richtig und für mich gibt dieser stille Protest, den du auch hier zum Ausdruck bringst - Hoffnung. Ich kaufe und das schon seit vielen vielen Jahren ausschließlich Tulpen aus Holland und zwar rote - die ich hier beim Blumenhändler meines Vertrauens kaufe - der bezieht sich aus den Treibhäusern dort - das ist aber auch eine jahrelange Tradition. Aber es gibt ja immer mehr Billigtulpen aus China - und Rosen - das ist ja sowie ein ganz schlimmes Thema. Deine Dekoidee ist allerliebst und die werde ich jetzt mal in "die Tat umsetzen" - wie immer lieben Dank dafür.
Wuff und LG
Aiko

ingrid hat gesagt…

Was für wunderbar-anregende Bilder;
abgewandelt werde ich es aufnehmen, sobald meine Lenzrosen blühen, ich freue mich jedes Jahr, wenn sie auftauchen, die Farben sind immer wieder anders.
Jetzt? Vor einigen Wochen habe ich einige Magnolienzweige geschnitten, da, wo sie sowieso in den Weg raus überhingen und in die schmale alte Vase gesteckt, in der die Barbarazweige verblüht waren. Winterjasmin findet sich auch im Garten, jetzt allerdings verblüht, aber sobald der Schnee weg ist, sind die Schneeglöckchen wieder da.
Aber: Hyazinthen mag ich auch sehr und pflanze sie dann anschließend in den Garten.
Ansonsten - hole ich mir fast alles aus dem eigenen Garten; besonders im Mai wächst es wie wild, ohne dass ich etwas dazu tun muss, Akelei, Iris und vieles mehr. Da sage ich immer: Das ist die Gnade Gottes, der weiß´, wieviel Arbeit ein Garten macht - und mit diesen Blumen die Freude schon vor der Mühe schenkt.
Und zum Muttertag? Das ist gar nicht so mein Ding; aber als die Kinder mal in Kindergarten und Schule waren, ließ es sich nicht mehr vermeiden. Da habe ich dann gesagt, ich hätte nur einen einzigen Wunsch, nämlich ein Sträußchen "Kaminfegerle" (Bachnelkenwurz) vom Wiesengraben fünf Minuten hinterm Haus. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Mehr brauche ich nicht.
Liebe Grüße
Ingrid

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