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Samstag, 28. Januar 2012

Alltägliches - z.B. Zitronenduft im Winter

Man sagt, frischer Zitronenduft rege die Lust zum Putzen an. Aber lange bevor ich an den Frühjahrsputz denke, steigt mir ein Duft von Zitronen in die Nase. Und das bei minus 4 Grad im Winter.

Und das im frostigen Garten.

Der Duft kommt von der Winter-Duft-Heckenkirsche - Lonicera purpursii. Der Strauch hat zu blühen angefangen. Die Blüten duften ganz intensiv nach Zitrone - ganz besonders aber an einem milden sonnigen Wintertag.

Winter-Duft-Heckenkirsche mit Eishäubchen

Es gibt noch eine Pflanze, die diesen sommerlich-südländischenen Duft in sich trägt. Es ist der nach Zitronen duftende Thymian, Thymus citriodores.
Aufgetaut und abgetrocknet werden die aromatischen Öle wieder frei.

Mitten im Winter bekomme ich plötzlich Lust etwas mit frischen Kräutern zu machen. Und da morgen eine Geburtstagsfeier ansteht, backe ich einen Kuchen. Einen winterlichen Zitronen-Thymian-Käse-Kuchen. Ich wandle ein Käse-Kuchen Rezept ab ...

Kaesekuchen_mit_Limette

und zupfe die Blättchen von einem Sträußchen Zitronentymian in die Käsemasse.


Hmm, schmeckt echt lecker!

Samstag, 21. Januar 2012

Alltägliches - z.B. Sprossen

Für jeden Tag ein Glas ...




Sie lieben die kühle Fensterbank-
ohne Heizung drunter.

Samstag, 14. Januar 2012

Spaziergänge in Rheinhessen

Wo Wilde Weiden Wachsen


In den letzten Wochen hat es viel geregnet und die Wiesen stehen unter Wasser.

Das Wasser sammelt sich in den Wassergräben.

Am Rande der Gräben wächst Schilf.
Aber nicht nur Schilf!

Auch Weiden fühlen sich dort wohl, wo es Wasser gibt. Weiden sind sehr wüchsig und wenn sie geschnitten werden, wachsen starke, lange Triebe nach.

Bald geht die Sonne unter - Zeit sich auf den Heimweg zu machen.


Zuhause stehen noch Hartriegel- und Haselnussbündel. Es sind Gehölze-Ausläufer, die am Wegrand ausgeschlagen sind. Im Sommer werden sie meine Stauden, vor allem aber die hohen Dahlien stützen.

Aber auch schon im Winter tun sie ihre Dienste. Sie sind Schmuck für draußen
und drinnen!

Donnerstag, 5. Januar 2012

Alltag nicht alltäglich - z.B. Kohl

Vor ein paar Tagen bekam ich eine Mail. Es war ein Gruß zum neuen Jahr und die Verfasser ließen mich an ihren schönen Erlebnissen des vergangenen Jahres teilhaben.
Sie verrieten z.B. welches Buch ihnen im letzten Jahr gut gefallen hat oder welche Musik sie gerne hörten. Ein schöner Ausflug, was zum Lachen, ein eigenes Filmchen übers Tanzen.
"Schätze teilen", nannten es die Absender. Das hat mir sehr gut gefallen und ich dachte, das ist absolut nachahmenswert!

Aber letztendlich ist Bloggen ja genau das Gleiche: auch wir teilen uns mit, was wir erlebt haben und woran wir Freude hatten. Vor fast genau vier Jahren habe ich damit angefangen: am 21. Januar 2008 veröffentlichte ich meinen ersten eigenen Blogbeitrag. Die Überschrift lautete:


Und ich habe noch immer Lust und Freude daran, die schönen Dinge meines Alltags mitzu-teilen .

Im Jahr 2011 habe ich die Kalenderblätter eingeführt. Ich habe sie sehr gerne gemacht, jedoch ist es für mich schwierig geworden, immer zu einem bestimmten Zeitpunkt ein ganzes Sammelsurium an Ideen zusammenzustellen. Und so beschloss ich, diese Rubrik in diesem Jahr zu streichen. Stattdessen will ich lieber ein bisschen aus dem Alttag erzählen.

Synonyme für alltäglich sind: nichts besonderes, durchschnittliches, langweilig ...
Dabei können alltägliche Dinge doch so spannend sein! Rotkraut z.B.!

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Alltag nicht alltäglich
... zum Beispiel Rotkraut


"Rotkraut bleibt Rotkraut und Blaukraut bleibt Blaukraut".
Ich stehe in der Küche und rühre das Gemüse in meinem Kochtopf. Leise und in Gedanken probierte ich für mich den alten Zungenbrecher aus.



Rotkraut - Blaukraut, ist das nicht das gleiche? Ich stelle die Temperatur kleiner und schaue bei Wikipedia nach:

"Der Rotkohl ändert seine Farbe je nach pH-Wert des Bodens. In sauren Böden erscheint er eher rot, in alkalischen Böden dagegen bläulich. Je mehr Essig oder andere Säuren (z. B. durch Zugabe von Äpfeln) beim Kochen dazugegeben werden, ein desto deutlicheres Rot hat das Gericht. Durch diese lokalen Zubereitungsformen erklären sich die unterschiedlichen Bezeichnungen Rotkraut oder Blaukraut."

Aha: je saurer desto mehr Rot!


Im Süden heißt es Rotkraut und im Norden Rotkohl - erfahre ich weiter. Dabei ist die Farbe des Rotkohls oder Rotkrauts gar kein richtiges Rot! Und Blaukraut ist auch nicht richitg blau. Dieser Kohl ist eher lila. Aber der Begriff "Lila" exisierte im Mittelalter noch nicht. Er kommt aus dem arabischen und man kennt ihn in der deutschen Sprache erst seit dem 18. Jahrhundert.

Was man so alles beim Kochen lernen kann! Und dabei wollte ich nur das Gemüse verarbeiten, das ich neulich eingekauft habe. "Rotkraut ist ein typisches Wintergemüse, ist reich an Eisen, Mineralstoffen, Anthocyanen (sekundärer Pflanzenstoff/Pflanzenfarbstoff / Radikalfänger / Stärkung des Immunsystems / Entzündungshemmer), Zucker und Senfölen. Das Gemüse besitzt wenig Kalorien, aber viele Balaststoffe (Quelle immer noch Wikipedia".

"Arabisch" war mein Stichwort! Ich habe doch noch so viele Gewürze im Schrank. "Ich werde mir mein eigenes arabisches Rotkrautgewürz zusammenmixen". Gesagt, getan!

Mein arabisches Rotkrautgewürz

Im Prinzip, weiß ich, was zusammenpasst. Da wäre auf jeden Fall Zimt! Und Nelken, Piment. Ein kleines Experiment könnte nicht schaden.

Granatapfelpulver. Der süß-saure Geschmack könnte gut passen. Davon nehme ich einen ganzen Eierbecher voll. Weiter noch
1/2 Zimtstange
5 schwarze Kardamomsamen
je 10 Wachholderbeeren und 10 Nelken
1 Stück getrocknete Chilischote
je 1/2 Eierbecher Piment und Korianderkörner
Muskatnuss und Pfeffer frisch gerieben bzw. gemahlen
und 1/2 Becher grobes Salz - in diesem Fall Himalaysalz. Mit ihm lassen sich die Gewürze gut mörsern.

Alleine schon wegen des nicht alltäglichen Geruchserlebnisses werden alle ganzen Gewürzkörner in der trockenen Pfanne angebraten.

Und dann geht's mit dem Salz ab in den Mörser. Hmm - das Dufterlebnis erreicht seinen Höhepunkt.

Wenn alles zerkleinert ist, kommt noch Pfeffer, Muskat und das Granatapfelpulver dazu.


Nun brauche ich noch ein ein nicht alltägliches Rezept:

Rotkrautauflauf mit Rosmarin-Sesam-Frischkäse-Soße

Rotkraut auf gewohnte Art kochen oder so:

800 g Rotkraut, fein gehobelt, 2 Zwiebeln, fein gehackt, 2-3 TL Rotkrautgewürz (siehe oben), Salz, 250 ml Rotwein, 2 EL Butter, 3EL Pflaumenmus oder schwarzer Johannisbeergelee.

Butter in einem großen Topf erhitzen und Zwiebeln glasig dünsten. Rotkraut dazugeben. Gewürze einrühren, mit Wein ablöschen. 20-30 Minuten leise schmurgeln lassen. Überschüssige Brühe abgießen, Gelee oder Mus einrühren, nachwürzen.
Abkühlen lassen. Noch eine Geschmacksprobe: Hmm, das Experimentieren mit den Gewürzen hat sichauf jedem Fall gelohnt!
(Und wenn's schnell gehen soll nimmt man ein Glas Rotkraut).

Der Auflauf
250 g saure Sahne, 2 Eier einrühren. Eine Quiche-Form mit Butter bestreichen und das Gemüse reingeben. Mit
50 g geriebenen Käse und 2 EL Sesam bestreuen.
Im vorheizten Backofen bei 180° 35 Minuten backen.

In der Zwischenzeit die kalte Soße zubereiten:

2 Zweige Rosmarin, feingehackt. 3 EL Sesam, 1 EL Olivenöl, 2 Knoblauchzehen, fein gehackt. 100 g Frischkäse, 100 g Joghurt, Salz, Pfeffer.

Rosmarin in Öl anbraten, Sesam und Knobi dazugeben. Kurz rösten und abkühlen lassen. Restliche Zutaten einrühren und in den Kühlschrank stellen.


Der Kräuter- und Gemüsekenner und BuchautorWolf-Dieter Storl verglich einmal den Kohl mit einem Hund. Einst kam das dickblättriges einfache Unkraut zu den Bauern der Steinzeit. Und genauso wie der Hund sich nach den Wünschen des Menschen verwandelte, so tat das auch der Kohl und wurde im Laufe der Zeit zum Kohlrab, Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl, Wirsing, Weißkohl usw. Als Hundebesitzer gefällt mir diese Vorstellung natürlich sehr gut.

Trotz oder gerade wegen der Veränderung ist der Mensch dem Kohl treu geblieben und so landet er immer noch im Kochtopf.
Herzliche Grüße majoRahn

Montag, 2. Januar 2012

Semperecke Nr. 31 - Auf Reisen


Ich weiß nicht was soll es bedeuten ...

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum ein Sempervivum diesen und keinen anderen Namen hat? Manchmal ist die Antwort ganz einfach. Da heißt z.B. ein Sempervivum "Karin" weil die Frau des Züchters Karin heißt.
Warum, so frage ich mich, heißt ein Sempervivum "Lorelei"?
Aber lest selbst, wohin mich meine Entdeckungsreise führt.

Eine Reise zum Ursprung eines Sempervivumnamens
(Semperecke Nr. 31 in der Sempervivum-Liste)