Mittwoch, 28. November 2012

Tausend und ein Apfel - 9. Apfelmärchen

Es kommt zusammen, was zusammen gehört
oder: Der Apfel und das Neunerlei

(K) ein Märchen, das ich meinen Schwestern widme.

Vor langer, langer Zeit wuchsen in den dunklen, wilden Wäldern des Nordens nur Apfelbäume mit kleinen sehr, sehr sauren Früchten. Um sie genießen zu können, mussten sie gedörrt oder gekocht werden.

Eines Tages brachten Krieger aus dem Süden große und bessere Apfelfrüchte mit. Die Krieger kamen aus der Nähe einer Stadt, die man heute Rom nennt. 

Die Römer also, kamen schon vor mehr als 2000 Jahren ganz schön in der Welt herum - nicht immer mit friedlichen Absichten. Und von ihren wilden Feldzügen haben sie diesen sagenhaften Baum mit den sagenhaft großen Früchten aus dem Orient mitgebracht.

Die Römer waren aber nicht nur wilde Krieger sondern auch excellente Gärtner. Sie wussten damals schon, wie man mit einem kleinen Schnitt einen unscheinbaren Holzapfelbaum in einen Baum mit edlen Früchten verwandeln konnte.  "Veredeln" nennt man das heute.

Viele, viele Jahre später machten sich andere wilde Krieger, aber auch tollkühne Entdecker aus dem Norden auf den Weg in den Orient und brachten von ihren Reisen edle Gewürze mit.

Es dauerte eine zeitlang bis man wusste, wie aus den fremden Samen, Früchten und Wurzeln etwas Köstliches entstand. Aber heute sind uns diese "fremden" Gewürze so vertraut, als hätte es sie immer schon gegeben.

Und so kam zusammen, was schon immer zusammen gehörte:

Der Apfel und das Neunerlei

Neunerlei Gewürz
ist ein traditionelles Lebkuchengewürz, das mit neun Gewürzen gemischt wird. Jeder macht es ein bisschen anders - ich mache es so:

15 Stangen Ceylonzimt (ca. 10 cm lang)
1 TL Nelken, ganz
2 TL Piment, ganz
2 Anissterne
3 schwarzen Kardamomsamen
1 kleine Muskatnuss
2 TL Koriandersamen
2 TL Fenchelsamen
in einem schweren Mörser fein zermahlen.

Und zum Schluss noch Ingwer zugeben, der frisch in das Koch- bzw. Backgut gerieben wird.


ein Fläschchen Lebkuchengewürz in meinem Gewürzschrank

Hmmm - wie das duftet: nach fernen Ländern, nach Advent und nach Weihnachten.

Apfelstrudel mit Zimtgewürz

Keine Angst vorm Apfelstrudel ...
Mit diesem Rezept gelingt er immer!

Strudelteig:

200 g Mehl, 1 Pr. Salz, 75ml lauwarmes Wasser, 3 EL Öl 

In eine Schüssel  geben und erst mit dem Kochlöffel verrühren, dann mit den Händen zu einem weichen Teig kneten. Das klebt nicht - das geht schnell - das gelingt immer!



Die handgroße Kugel muss nun eine halbe Stunde in einer warmen Umgebung ruhen - entweder an der Heizung oder in einem Topf, den man vorher mit heißem Wasser ausgespült und schnell trockengerieben hat. Teig rein, Deckel drauf.

In der Zwischenzeit werden die Äpfel vorbereitet: 

 Die letzten "Falläpfel" - da muss man ein paar mehr abwiegen ...

1 kg Äpfel schälen, entkernen, klein schneiden und mit dem Saft einer Zitrone beträufeln. 100 g grob gehackte Nüsse (Wal-, Haselnüsse oder Mandelkerne), 50 g Rosinen, Zucker nach Bedarf (z.B. 100g) und 1-2 TL Lebkuchengewürz.

Nicht vergessen:
in obige Masse wird noch eine walnussgroße Portion Ingwer gerieben!

Die Strudelteigkugel aus ihrem warmen "Nest" nehmen und auf ein großes dünnes Tuch legen (z.B. eine Mitteltischdecke). Teig zuerst mit einer Kuchenrolle ausrollen, dann die Masse mit den Händen breit und lang ziehen. Keine Angst, das klebt nicht am Tischtuch fest und reisst auch nicht so schnell. Die Teigfläche ist geschmeidig wie ein feuchtes Fensterleder. Da bleibt sogar das Tischtuch sauber (vorausgesetzt man hat es bis hierhin richtig gemacht ;o)).

Nun bestreicht man den Teiglappen mit zerlassener Butter und bestreut ihn mit Weckmehl. Dann kommt auf die eine Hälfte des Teiges die Apfelmischung. An den Seiten wird der Teig umgeklappt und in der Breite aufgerollt. Das gelingt gut, wenn man das mit Hilfe des Tuches macht (indem man es hochzieht und samt Äpfel umklappt).

Jetzt nimmt man das Tischtuch und rollt den Inhalt vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Wenn man das mit Ruhe und ohne Hektik macht, gelingt das sehr gut!
Den Strudel mit dem Rest der Butter bestreichen (insgesamt habe ich zum Einpinseln 100 g zerlassene Butter gebraucht). 

Mit vorgeheiztem Ofen bei 180° ca. 45-50 Minuten backen.




 Mit Puderzucker bestreuen.
Hmmm, da fehlt nur noch ein Bällchen Vanille Eis.



Kommentare:

beby-piri hat gesagt…

Mmmhhh.... Frau Majorahn, wann darf ich zum Apfelstrudel Essen kommen ? Oder muss ich den wohl auch selber machen.... Piri

Renate Waas hat gesagt…

mmmmmh - ich liebe Apfelstrudel! Sieht sehr lecker aus! Ich komm´ auch *lach*
Viele Grüße von Renate

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Oh - hallo liebe Anne, das sieht nicht nur gut aus, Du machst mir sogar richtig Mut um dieses Rezept mal auzuprobieren. Bisher gab´s Strudelteig noch nie - selbergemacht. Habe es schon öfters mal gelesen und auch auf YouTube bewundert....aber was nicht ist - kann jetzt ja mal werden ;-) das wird bestimmt gelingen. Daaaaanke.
Wuff und LG
Aiko

Hillside Garden hat gesagt…

Köstlich! Kannste gerne mal machen, wenn wir kommen.

Sigrun

Frauke hat gesagt…

Apfelstrudel, der darf nicht fehlen und wunderbar für die kalte Zeit
und so einfach, wenn man es kann, wie Du !!
aber ich hatte auch schon Pech und es ging überhaupt nicht!
ich lege über den Strudelteig immer eine angewärmte Schüssel für 1 Std. dann klappt es

und eine schöne Sternguckerdeko hast du Frauke

Sibylle hat gesagt…

Kann es sein, dass du Äpfel im Garten hast!? Es sieht alles so lecker bei dir aus, ich könnte direkt alles nachbacken. Besonders der Strudel hat es mir angetan. Doch ich glaube ich muß die Tage zuerst ein paar Weihnachtsplätzchen backen. LG Sibylle

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