Dienstag, 11. September 2012

Der Gonsenheimer Sand

Steppenlandschaft, karge Bepflanzung, weiter Blick! Wo es das gibt?
Zwischen einer Hochhaussiedlung und der BAB 643 von Wiesbaden zum Autobahndreieck Mainz. Man muss den Lärm ausklinken und sich auf die Natur einlassen - dann betritt man ein kleines Paradies.


Ein Holzbohlenweg führt über den Sand. Am Wegesrand findet man seltene Pflanzen.



Im Juli blüht ein herziger Sandthymian
- Thymus serphyllum



Die Landschaft entstand nach der letzten Eiszeit vor ca. 12.000Jahren. Hier wachsen Pflanzen, die ansonsten in südostasiatischen und innerasiatischen Steppengebieten oder im Mittelmeerraum zu finden sind. Mehr darüber in

Wikipedia

Würde ich im Garten ein Steppen- oder Kiesbeet anlegen, wäre der Gonsenheimer Sand meine Ideenschmiede. Hier wachsen:

Sand-Strohblume (Helychrysum arenaria)

Büscheliges Gips- oder Schleierkraut
Gypsophila fastigiata

Bild hinzufügenFeld-Mannstreu
Eryngium campestre
und viele andere Blumen, die Trockenheit und kargen Boden lieben.

Im Sandboden buddeln Wespen eifrig Erdlöcher.

Und andere suchen auf Blüten ihr Heil

Und dann taucht wie aus dem Nichts
"Diana am Wildpark"auf.


Die Wohnsiedlung bietet 6.000 Menschen ein Zuhause.


Es ist übrigens noch gar nicht so lange her, da war dieser wunderschöne Naturgarten hinter "Diana" ein Panzerübungsplatz. Ist es nicht faszinierend, wie sich die Natur ihr Terrain wieder zurückerobert hat?




Auch die Bäume hier sind sehenswert.
Durch den sandigen Boden wachsen manche krüppelhaft.



Wenn man Glück hat, trifft man genau an dieser Stelle den Schäfer mit ca. 200 Schafen.
Aber als ich da war, war er längst weitergezogen.

Habt eine gute Woche
majoRahn

Kommentare:

Traumhausgarten hat gesagt…

Das sind wunderbare Fotos, die den Zauber des Ortes so gut darstellen.

Würde mir auch sehr gut gefallen dort, wunderwunderschön,

lg Sandra

stadtgarten hat gesagt…

Das ist ja Wahnsinn und wunderschön! Und ich hab diese Idylle direkt vor der Haustür und kenne sie nicht - eine Schande! Von dieser Stelle muss ich GG unbedingt erzählen, da findet er bestimmt auch unzählige Fotomotive. Ich werd Dich dann wohl noch mal wegen der Anfahrt fragen müssen.
Ich wünsch Dir eine schöne Woche, liebe Grüße, Moni

Elke hat gesagt…

Solche Landschaften liebe ich auch, noch dazu mit so seltenen Pflanzen.
Du hast auch eine Kreiselwespe fotografiert, wie mir scheint. Die habe ich letzte Woche überall in den Dünen von Gran Canaria gefunden. Da blühte es aber nicht mehr so schön wie dort, wo du warst.
VG
Elke

Lis hat gesagt…

Was für ein Kontrast! Auf deinen einen Seite unberührte Natur, und gleich daneben stehen dann solche Betonklötze! Aber es ist schon interessant dass es sowas mitten in Deutschland gibt. Hier in unserer Nähe haben wir rechts und links von der Bundesstraße plötzlich ein Stück Wacholderheide, das ist ebenfalls so eine Laune der Natur!

LG Lis

gartenverbandelt hat gesagt…

Hallo,

hätte gar nicht gedacht, daß es in der Nähe von Mainz so ein vielfältiges Biotop gibt. Wenn wir mal dort waren sind mir eher die vielen Obstbäume aufgefallen. Man sollte einfach mal besser hinschauen.
Liebe Grüße
Dagmar

guild-rez hat gesagt…

Das Schöne liegt oft direkt vor der Tür:)
Danke für die herrlichen Landschaftsaufnahmen und die mir neuen Pflanzen.
Der Sandthymian - Thymus serphyllum gefiel mir sehr gut. Dieser Thymian ist hier unter Creeping Thyme (Thymus Serpyllum Magic Carpet bekannt. Steht schon auf meiner Liste.
LG Gisela

Hillside Garden hat gesagt…

Wahnsinn, das ist ja wunderbar, was die Natur da veranstaltet hat. Kein Gartengestalter hätte das besser gekommt. Und dann der krasse Unterschied mit dem Hochhauskomplex - nicht zu glauben. Ich war auch ganz erstaunt, dass du mal eine Collage gemacht hast ...;)

AL

Elke hat gesagt…

Das ist ja ein toller Tipp - vielen Dank. Diese Landschaft erinnert mich sehr an unsere Schwanheimer Düne.
Lieben Gruß
Elke

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