
Wenn man gar nichts mehr im Garten tun kann, fährt man in die Großstadt. In meinem Fall ist das Frankfurt.
Im Parkhaus an der Frankfurter Hauptwache finden wir einen Parkplatz.
Frankfurter Hauptwache Und das ist auch gut so, denn direkt gegenüber dem Personenausgang des Parkhauses befindet sich
"Wacker's Kaffee".
Wacker's KaffeeAlso schön ist die Gegend drumherum nicht, aber der Duft von Kaffee ... hmmmmmmm ... der zieht uns direkt in das kleine Café am Kornmarkt Nr. 9. Das ist wahrlich kein Schicki-Micki-Café, sondern ein "Kaffeeladen" pur!

Der Duft der großen weiten Welt, die nette Kaffeeverkäuferin, die winzig kleinen Tischchen und Sitzplätze ...
das hat was! Während ich uns schonmal einen Sitzplatz erkämpfe, bestellt uns der, dem ich mich anvertraut habe, an der Bar Kaffee (Selbstbedienung). Beim Schlürfen des köstlichen Getränks, beschließe ich, niemals mehr woanders meinen Kaffee zu trinken.
Überall stehen prall gefüllte Säcke mit Kaffeebohnen aus Brasilien, Afrika und was weiß ich noch woher.
Ich frage die Bedienung, ob ich mir einen leeren Sack kaufen kann.
"Klar doch, kostet 1,50 das Stück!"
8 Säcke habe ich nun mit denen ich mir was Schönes einfallen lasse. Sie duften immer noch.
Aber dann müssen wir weiter. Schließlich wartet "die Zeil" um die Ecke auf uns. Genauer gesagt "My Zeil".

Da kann ich nur sagen: "ohne Worte" ... für mich als "Kind vom Lande" der pure Wahnsinn!!!!
Eine Riesenrolltreppe führt ohne Zwischenstation von unten nach ganz oben - vorbei an vielen kleinen und großen Geschäften und vorbei an einer Achterbahn aus Glas -
boach, das hat was! 







Zuerst fuhren wir die Rolltreppe ganz nach oben und dann sind wir die Treppen runtergelaufen (man kann natürlich auch eine der vielen "kurzen" Rolltreppen nehmen).
Unten bildete sich vor einem Laden eine
Riesenschlange. 2 Bodygards stehen vor dem Eingang und lassen die Leute nur schubweise rein. "Hey", frage ich 2 Mädchen, "was gibt es denn hier?" "So Klamotten!" antworten die beiden und ich glaube gesehen zu haben, dass sie mit den Augen rollten. Eine etwas ältere Dame dahinter klärte mich auf: "Das einzigste Geschäft davon hier in Deutschland! Müssen Sie rein! Ein Erlebnis,
hat was!" "Und was sind das für Kleider?" "So'n Surferzeug. Teuer aber in!"
Menno ... warum habe ich nicht mal so eine Geschäftsidee?
Nun ist uns aber nach was profanen zumute und deshalb steuern wir die
Kleinmarkthallean. Man gelangt dorthin, wenn man schräg gegenüber von "My Zeile" in die erste Straße rechts abbiegt,
Hasengasse 5-7. Ein Riesenbanner mit Hinweis ist über die Straße gespannt. Kann man nicht verfehlen.
Was uns da erwartet, oh Mann,
das hat ganz schön viel.


Wir haben inzwischen richtig Hunger!
Jedoch wiederstehen wir all den Köstlichkeiten aus Italien, Giechenland, Türkei, Persien und dem Rest der Welt und reihen uns in die Schlange vor dem Fleischwurststand von "Ilse Klein" ein.

Dort trifft sich die ganze Welt: Yuppis, Obdachlose, Rentner, Banker, Japaner, Hausfrauen und einst sogar Helmut Kohl.
Die
Fleischwurst von Frau Klein ist Kult! Die hat was!Der Mann vor uns in der langen Schlange verrät uns, dass er nun schon seit 18 Jahren jeden Tag zu Ilse geht und sich dort seine Portion Fleischwurst abholt. Respekt!

An einem 10 cm breiten Tischchen (besser Brett) an der Wand müssen wir unsere Errungenschaft zu uns nehmen und ich muss sagen: sie schmeckt wirklich gut! Mit und ohne Knobi!

Zurück, an "My Zeil" vorbei, gehen wir in den Steinweg Nr. 12.

Dort erwartet uns Hubendubel: Bücher ohne Ende ... auf 3 Etagen und 3 Zwischenetagen (oder waren es gar mehr?) ... Bücher wohin das Auge blickt.
Nun ist mein Rest-Winter gerettet. Langeweile gibt's jetzt nicht mehr, auch ohne Garten. Muss sagen,
das hat was.Nachdem wir unsere Päckchen im Auto abgelegt haben, spazieren wir über den Römer und steueren die "Eiserne Brücke" an.

Auf der anderen Seite geht es links ab nach Sachsenhausen zum Dax (zu Fuß dauert das allerdings etwas länger!). Nein, dieser Dax hat nichts mit der Börse zu tun, sondern eher was mit Äppelwoi.
Apfelwein-Dax

Und der Wirt erzählt uns auch gleich, dass es seinen Dax schon viel länger gibt.
Beim Wirt hat man überhaupt das Gefühl, dass man sich schon ewig kennt und natürlich sind wir "perdu"!
Die Speisekarte ist recht urig, da gibt es das, was die Hesse esse, aus em Kochdopp und de Pann:
Auszug aus der Speisekarte:
Rumpsteak - de reine Wahnsinn,
Schnitzel vun de Wutze (Anm. der Autorin:das sind keine Semperviven!),
vom Kalb - des sinn die klaane Küh,
e paar Sache vun de Kaltmamsell,
Für die Langmäulscher, die wo gar kein Hunger habbe,
Gudes vun de Südzugger Susi,
Salade für Körnerfresser unn annere Grüne,
vum Pannegott soiner kreadiv Ader,Unn vieles mehr und nadierlisch aach was fer de Dorscht!
Oh Mann!!!!
Das hatte aber ganz schön was!Wir bestellen was deftiges.

Am Main entlang geht's dann wieder zurück
über die Eiserne Brück'

zur Hauptwache.
Man darf natürlich nicht auf die Parkhausrechnung schaun (flenn!) Gelohnt hat es sich auf jeden Fall und sicherlich komme ich bald wieder zurück - denn Frankfurt
hat noch viel mehr!An dieser Stelle bedanke ich mich ganz herzlich bei meiner Freundin A., die mir die vielen guten Frankfurt-Tipps gab. Ohne sie hätte ich mich in der großen Stadt gefühlt wie eine kleine Landmaus.