Freitag, 8. Oktober 2010

Der Herbst zieht ein As aus der Tasche ...

... ein As wie As-tern.
Früher hießen sie Sternkraut und wenn man "Stern" ins griechische übersetzt, heißt das Aster.

Komm mit, ich will dir meine Astern im Herbstgarten zeigen. Wir müssen unter dem Flieder durch.



Wenn du mich fragst, was sind das denn für welche, muss ich überlegen. Sind es die "Hohen" oder die "Niedrigen". Die "Glatten" oder die "Rauhen"? Die "Anfälligen" oder die "Schlafenden"?

Fangen wir bei den "Kleinen" an, den Kissenastern.
Aster dumosus Hybriden, sagt der Gärtner dazu. Und wenn man den Experten glauben darf, hat die heutige Gartenform nichts mehr mit der Wildform zu tun. Viel "neubelgisches" Blut soll in ihr fließen. Und das wäre auch gut so ... meinen zumindest die Experten. Die Wurzeln kriechen und so kann innerhalb kurzer Zeit ein richtiger "Paradekissen" entstehen.

Aster dumosus Hybride 'Kassel'


Aster dumosus Hybride 'Prof.A.Kippenberg' - ganz vorne


Wie heißt diese Schönheit nur? Das Schild ist weg - ich habe es vergessen.



Wie sehen eigentlich die neubelgischen Astern aus?

Auf den ersten Blick auch nicht viel anders - nur etwas höher. So um die 1,20. Um die Verwirrung zu vergrößern: es gibt auch niedrigere, so wie die obige, die Aster novi-belgii 'Schneekuppe'.

Aster novi-belgii (kurz: Aster nb) wird auch Glattblattaster genannt. Über sie schreibt Karl Foerster gar nichts nettes:

Zitat von K. Foerster:
Ungezählte Sorten ärgern durch Mehltau oder Stängelfäule, Umherwuchern, Umfallen, Kräuseligwerden der Blüten ...
Zitatende


Aha, die Glattblattastern sind also die Mehltau-anfälligen und da ihre Wurzelstöcke kriechend sind,können sie ganz schön umherwuchern ...
Aber nicht meine 'Schneekuppe'! Sieht sie nicht toll aus.

Gleich neben der 'Schneekuppe' wächst die bekannte Sorte Alma Pötschke mit ihrem unverwechselbarem lachsrot (oder besser Lachsersatz-Rot).



Die Art von 'Alma Pötschke' stammt aus Neuengland in Nordamerika. Deshalb nannte man sie: Aster novae-angliae. Auf deutsch heißen sie Rauhblattastern. Sie werden in der Regel höher und wuchern nicht so sehr wie ihre 'belgischen' Schwestern.
Bekommt die Aster na (ich kürze novi-angliae mal ab) auch Mehltau?
Na, sage ich auf rhoihessisch und heißt übersetzt "nein".
Genaugenommen wird sie aber, kurz bevor sie zu blühen anfängt auch unterherum kahl.
"Das ist artbedingt! Kein Krankheitssymptom!..." sagen die Fachleute.
Deshalb pflanzt man auch gerne niedrigere Sorten davor, wie z.B. A. dumosus oder auch Aster-na 'Purple Dome'. 'Purple Dome ist die Ausnahme unter den 'na's', sie wird nur ca. 60 cm hoch, blüht so dicht und buschig, dass man ihre Verkahlung kaum sieht.



Aster-na haben noch eine Besonderheit. Ihre Blüten gehen gerne früh schlafen:





Wenn das Wetter schlecht ist oder die Sonne untergeht, schließen sie ihre Blütenköpfe.
Aster novi-angliae 'Rosa Sieger'


In meinem Garten wachsen aber auch noch andere Asternarten, wie z.B. die Aster laevis auf deutsch die 'Glatte Aster'
Ursprünglich kommt sie in trockenen lichten Wäldern vor - und somit kann sie ganz anders eingesetzt werden wie die oben beschriebenen, die gerne auf sonnigen, feuchteren Plätzen wachsen und im Sommer gerne mal beregnet werden wollen.

Aster laevis 'Calliope'...

... eine Selektion mit dunklen Stängel und Blättern


Auch die Aster amellus (hier 'Veilchenköniging') liebt es eher trocken.


Im Sempervivengarten steht meine derzeitige Königigin

die niederliegende Aster ericocides (pansus) 'Snowflurry' auch eine Trockenheit liebende. Mit gefühlten Millionen Blüten.

Sie hebt ihre Blütenpracht bis zum Schluss des langsam zu Ende gehenden Gartenjahres auf.

Doch ob Frühlings-, Sommer- oder Herbstastern, ob hoch oder niedrig, wuchernd oder umfallend, mehltauanfällig oder kahl, glatt oder rauh ...
ihnen ist es egal:

Sie wollen nur das eine:
den süßen Nektar der Gartenasse.

Kommentare:

Elke hat gesagt…

Das ist ja der komplette Wahnsinn bei dir, liebe Anne - so viele tolle Astern - herrlich. Ich habe nur ein paar Kissenastern und auch die erst wieder versuchsweise seit diesem Jahr. Früher bekamen meine Astern nämlich auch immer Mehltau und irgendwann war ich das leid. Aber ich weiß seit Kurzem, dass es nun neue, weniger anfällige Sorten gibt. Und am Zaun blühen auf dem Nachbargrundstück so schöne hohe Astern, dass ich im nächsten Jahr unbedingt auch wieder welche haben möchte. Ich kann mich ja dafür bei dir im Blog umgucken (oder dich mal besuchen).
Lieben Gruß
Elke

Lis hat gesagt…

Ich bin ja auch ein großer Asternfan, nur dass ich zum großen Teil von meinen Lieblingen keine Namen kenne. Aber im Grunde genommen ist mir das egal, ich finde sie einfach nur schön! Manche Astern kann man eh kaum auseinander halten, besonders bei den dumosus Sorten komme ich immer ins grübeln: Habe ich sie schon, oder doch noch nicht? :-)

LG Lis

Chalisas Klostergärtchen hat gesagt…

Deine traumhaften Astern konnte ich vergangenen Freitag ja in natura erleben. Da mir die passenden Plätze fehlen, hatte ich bisher nur eine einzige Namenlose, die jedes Jahr traumhaft blüht. Nun sind die "Calliope" und eine Aster divaricatus hinzugekommen. Mal sehen, wie sie sich entwickeln.

Liebe Grüße
Chalisa

Ro hat gesagt…

Danke für die Übersicht!
Das mit den Unterschiedlichen Vorlieben an den Standort habe ich bisher nicht gewußt, zum Glück wachsen meine zahlreichen namenlosen trotzdem ganz ordentlich
lg
Ro

guild-rez hat gesagt…

Soll ich oder soll ich nicht??'

Wie Dein Zitat von K. Foerster:
Ungezählte Sorten ärgern durch Mehltau oder Stängelfäule, Umherwuchern, Umfallen, Kräuseligwerden der Blüten ...
So ging es mir auch:(
Ich habe die meisten Astern entfernt. Hole mir immer die wildblühenden Blumen vom Seeufer.

Du hast eine herrliche Kollektion von Herbstastern.
LG Gisela

Babara hat gesagt…

Ich bin platt, liebe Anne! Da hast du ja mehrere As...aus der Tasche gezogen ;-) ! Sooo viele blau-violett blühende schöne Astern sind in deinem Garten. Wow, ganz, ganz toll! Dein Post ist sehr interessant und lockt noch nach mehr Sorten Ausschau zu halten....nur fehlt leider allmählich der Platz.
Liebe Grüsse,
Barbara

Margit hat gesagt…

Ist das eine Pracht! Wie gerne würde ich an deinen Astern vorbei lustwandeln und die Farben tanken. Wunderbar, herrlich! möchte ich die ganze Zeit ausrufen. So schön!
Und da reift in mir der Gedanke: Es müssen auch in unseren Garten noch viel mehr Astern. Nur wohin damit? Egal. Ich will auch solche Pracht.
Liebe Grüße, Margit

Karin Greiner hat gesagt…

Es gehören schon ein kluger Kopf und ein geschicktes Händchen dazu, einen solch blühenden Herbst-Astern-Garten zu schaffen. Welch ein Paradies für Gaukler und Nektarsauger! Bei Dir möchte man Bienchen sein...
Karin von der Pflanzenlust

HaBseligkeiten hat gesagt…

.....so schön wird "Snowflurry",, habe letzte Woche von 2 Plänzchen von Gräfin v. Zeppelin bekommen. Jetzt sind sie noch mini, ich freu mich schon auf die kleinen Blütenteppiche.
So ein schöner informativer Post über die "As-stern" die auch in meinem Garten nicht fehlen dürfen.
Ein schönes Wochenende wünscht Dir, Heidi

stadtgarten hat gesagt…

Wunderschön!
Ich hatte ja auch das Glück, dass ich Deinen Garten letzte Woche live erleben durfte und Du weißt, dass das für mich immer wie ein schöner Urlaubstag ist!
Dein Garten sieht jetzt im Herbst einfach toll aus - aber das tut er eigentlich zu jeder Jahreszeit!
Und ich habe gerade beschlossen, dass ich auch mehr Astern brauche :)
Ein schönes Wochenende, liebe Grüße, Monika

llewella hat gesagt…

Wow - was für eine Abhandlung über Astern. Ich kann mich für diese tollen tollen Blümelein absolut begeistern und hätte gerne so viele Sorten wie du in meinem Garten. Vor allem solch eine rosafarbene *seufz*

Und wenn die Dinger zehn Mal wuchern... :D

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