Samstag, 28. August 2010

Mexikanerinnen in Rheinhessen - Teil 2, Dahlien

Dahlien
 

Zugegeben, sie gehörten lange Zeit nicht zu meinen Lieblingspflanzen. Ursprünglich kamen auch sie wie die Zinnien aus Mexiko und damit sie in unseren Breitengraden überleben, muss man ihre Knollen gleich nach dem 1. Frost aus der Erde nehmen, trocknen und im Keller überwintern.

Dahlie Osirium:



Dieser Pflegeaufwand war auch dem Garten-Kolumnisten Jürgen Dahl (+ 2001) äußerst lästig.
Eigentlich mochte er diese Pflanze nicht. Ihm wirkte die Blüte zu künstlich.
Zitat von Dahl: "Irgendwie sehen sie alle so aus, als wären sie aus Buntpapier maschinell erzeugt ...".

Dahlie Stephanie Härtl:



Trotzdem hat er sie aus Höflichkeit in seinen Garten gepflanzt, denn einige seiner Besucher brachten ihm Dahlien mit. Sie fanden, dass Dahlien unbedingt zu Herrn Dahl gehörten!


Irgendwann mochte er dann seine Knollenpflanzen doch noch, denn er hat herausgefunden, dass man mit den Blütenblättern einen "bunten, herb-würzigen, säuerlich-aromatischen Salat" bereiten kann. Dafür hat er die Blätter abgezupft und mit wenig Öl, Essig und Salz angemacht. Das Argument, dass es nicht fein ist Blüten zu essen, zerschlägt er mit dem Hinweis, dass man auch vom Broccoli und der Artischocke skrupellos die Knospen aufisst. Und schließlich würde man die Blüten des Holunders sogar in Pfannkuchenteig tauchen!

Gelesen habe ich das in "Nachrichten aus dem Garten, von Jürgen Dahl"

Dahlie Bishop of Llandaff:


Auch ich mache ab und zu einen Dahliensalat. Allerdings vermische ich die Blütenblätter mit grünem Salat. Das schmeckt und sieht gut aus.

Dahlie Natal:


Oder wie wäre es mit einer roten Blütenbutter:

250 weiche Butter, Blüte von 1-2 Dahlien, etwas Honigsenf, die Schale von 1/2 geraspelten Zitrone und 1 Msp. Salz (vorzugsweise Fleur de Sel).
Schön und lecker!

Unbekannte Dahlie



Übrigens: In meinem Garten ist ein Dahliensämling in einen alten Gartenstuhl hineingewachsen. 

Kommentare:

Lis hat gesagt…

Da kann ich mit meinen drei Exemplaren nicht mithalten! Aber mir fehlt halt auch der Platz dafür und zwischen den Stauden gefallen sie mir einfach nicht. Das man sie essen kann wusste ich bis jetzt noch nicht, aber hier lernt man ja immer noch dazu :-)

LG Lis

Sisah hat gesagt…

Das ist doch mal eine Idee, ein Stuhl als Staudenstütze!
Mir ging's wie dir, Dahlien waren nichts für mich...viel zu spießig. Aber Meinungen können sich ja ändern, zumal man mit dem Alter sowieso immer spießiger wird...Ich meine aber inzwischen auch zu wissen, wieso sowohl Zinnien als auch Dahlien in Gärten unbedingt einen Platz finden sollten: ich habe
seit zwei Jahren keine mehr ( ganz einfach, weil die Knollen mir im Winter weggerottet sind) und im Hochsommergarten fehlt dann die Farbe, da gibt es nämlich eine Blühpause, die von Dahlien wunderbar geschlossen werden könnten. Auf meiner Liste für nächstes Jahr stehen also wieder Dahlien und unbedingt auch Zinnien...deine Fotos haben mich noch mehr motiviert!
LG
Sisah

Elke hat gesagt…

Das ist ja ein höchst interessanter Beitrag hier. Die Zinnien sind mir gerade auf der hessischen LaGa ins Auge gefallen, weil sie oft als Randeinfassungen für die Beete angepflanzt wurden. Ich selbst bin bisher auch noch kein großer Freund von Dahlien und Zinnien gewesen, aber es lohnt sich sicher, sich mit diesen Pflanzen zu beschäftigen. Mich schreckt nur eindeutig das Ausbuddeln und Überwintern ab. - Zur Karriere des Herrn Zinn: ohne dessen Wissen und Arbeit schmälern zu wollen, muss man natürlich sagen, dass es heute überhaupt nicht mehr möglich ist, ein Medizinstudium in 3 Jahren zu beenden. Da kommt man grad mal über's Physikum. Obwohl ich mit 18 angefangen und "nur" Zahnmedizin studiert habe (Medizin dauert länger)kam ich nicht unter 5 Jahren weg (das ist die Mindestdauer)und danach noch ein Jahr für's Promovieren.
Lieben Gruß
Elke

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo liebe Anne, mein Frauchen läßt Dir ganz lieb ausrichten, dass Sie sich sowas von "aufgeklärt" findet - wieder einmal ein sehr interessantes Wissen von Dir vermittelt bekam, das macht eben auch Bloggen aus. Ich bin nur wieder von den Fotos begeistert, diese Pracht und diese Nähe der Blüten....wahrlich sind es alles Schönheiten.
Wuff und LG Aiko

Margit hat gesagt…

Schön, deine Mexikanerinnen. Aber hier komme ich endlich einmal überhaupt nicht in Versuchung: Der Aufwand ist mir einfach zu hoch.
Dafür muss ich jetzt immer wenn ich an Samenpackerln vorbei schlendere an deinen Zinnien-Beitrag und die tollen Bilder darin denken - irgendwann zuckt meine Hand dann wohl doch vor und es werden ein paar Samen in mein Einkaufswagerl hüpfen.
Liebe Grüße, Margit

Und noch ein kleines PS: Natürlich schmecken auch im gekochten Zustand die Paradeiser unterschiedlich. Man kann zwar nicht mehr die einzelnen Sorten erkennen, aber die Geschmäcker sind schon unterschiedlich.

Hillside Garden hat gesagt…

Sehr schön, die Dahlien. Als ich noch jung und noch hübscher war, hatte ich viele im Garten meiner Eltern. Die Burgunderroten liebe ich sehr. Und die Idee mit dem Stuhl kam mir auch kürzlich irgendwo, oder ich habs gelesen. Wenn ich weiß woher und wohin, mach ich das auch mal.

Bei dir passen Dahlien und Zinnien einfach, na ja, ich liebe deinen Garten!

Al

Babara hat gesagt…

Da erfahre ich ja viel Spezielles über die (von mir immer noch ungeliebten) Zinien und (seit drei Jahren auch gepflanzten) Dahlien. Ich sehe im Garten meiner bald 97 jährigen Schwiemu die vielen bunten Zinien und kann mich einfach (noch) nicht für sie erwärmen. Wahrscheinlich ändert sich dies auch noch mit den Jahren, denn die Dahlien waren ebenfalls lange verpönt in meinem Garten. Jetzt bin ich aber froh um diese herrlichen Blüten im "Spätaugustloch"....und sie halten erst noch lange in der Blumenvase. Du zeigst besonders kräftig leuchtende Exemplare...sie gefallen mir! Dass man sie auch essen kann, wusste ich nicht...jetzt werde ich es einmal mit der Butter versuchen :-) !!
Herzliche Grüsse,
Barbara

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