Donnerstag, 12. August 2010

2 Mexikanerinnen in Rheinhessen - Teil 1

Einst wuchsen sie in den Gärten der Azteken.
"Planthunter" brachten sie in der Mitte des 18.Jh. nach Paris und schon wenig später wuchsen sie im Botanischen Garten von Göttingen. Der damalige Leiter des Institutes Prof. Dr. Zinn beschrieb sie in seinem Katalog und ordnete sie den Rudbeckien zu. Erst c. von Linné erkannte wenig später, dass die beschriebenen Pflanzen zu einer eigenen Gattung gehörten und nannte die Blume zu Ehren von Herrn Zinn:
Zinnia
Es gibt 17 verschiedene Arten der Zinnien, wovon heute nur noch 3 Arten in den Gärten kultiviert werden. Die wichtigste Art ist wohl die Schmuck-Zinnie (Z.elegans), eingeführt 1790. Zunächst blühten sie nur in Rot, später gesellten sich noch violette Blüten dazu. Da die Pflanze leicht vermehrbar ist, kamen schon bald andere Farben dazu.
Bereits 50 Jahren nach der Einführung der Pflanze aus Mexiko entwickelten sich durch Auslese und wahrscheinlich auch Einkreuzungen eine ganze Reihe neuer Farben, die im Handbuch einer Blumengärtnerei folgendermaßen beschrieben wurden:
weiß
gelb-weiß
hell- und dunkelgelb
goldgelb
orangefarben
hell- und dunkelscharlachrot
hell- und dunkelpurpurrot
camoissinrot
mennig- und zinnoberrot
violett und lilafarben

1856 entstand in Frankreich eine Form mit gefüllten Blüten *.

Und heute:

Sie sind ungefüllt, halbgefüllt, stark gefüllt

Sie sind getüpfelt und gestreift - immer wieder entstehen neue Varianten.

Lange, lange Zeit konnte ich diesen Schönheiten nichts abgewinnen. Sie standen im Garten meiner Mutter und ich hatte sie vergessen ... bis ich sie eines Tages im Bauerngarten einer alten Dame wiedersah. Es hat einige Zeit gedauert bis ich sie auch in meinem Garten haben wollte, denn man kann sie nicht so gut im Staudenbeet integrieren.
Dieses Jahr hatte ich die zündente Idee:
ich habe sie im Mai direkt im "Rote-Dahlien-Beet" ausgesät. Ich war ziemlich skeptisch ...

Doch das Experiment ist meiner Meinung nach gelungen.


Übrigens: den Samen von meinem Experiment haben mir Besucherinnen mitgebracht. Es waren 4 oder 5 ganz unterschiedliche Päckchen ihres eigenen Sammelsuriums.
Haben sie sich nicht gekonnt und harmonisch im Beet eingefügt?!

* Quelle: Kaiserkron und Paeonienrot, H.-D. Krausch

Kommentare:

guild-rez hat gesagt…

Was eine Blütenpracht!!
Ich mag Zinnias sehr gern, sie locken Bienen und Hummeln in den Garten. Ich habe rote Zinnia's auch schon in Hängekoerbe gepflanzt zusammen mit Efeu und blauen Scaveola - Fächerblumen.
Im Moment blühen bei mir die Tithonia rotundiflora - mexikanische Sonnenblumen. Ebenfalls empfehlenswert.
LG Gisela.

Vielen Dank für die gute Iinformation.

Lis hat gesagt…

Bei dir passen sie wirklich klasse rein! Aber wie du schon geschrieben hast, in einem Staudenbeet sind sie einfach fehl am Platz und drum werde ich auch weiterhin auf sie verzichten :-)

LG Lis

Ida hat gesagt…

Hallo
Das ist ja wirklich seeehr interessant, was du da über die Zinnien schreibst ... und ja, ich mag sie eigentlich bis jetzt nicht so; sie stehen aber auch bei meiner Mutter im Garten - seit Jahren. Hm, ich gestehe aber auch, dass sie mir heute schon näher sind wie auch schon - und du hast sie einfach genial in Szene gesetzt!
Herzliche Grüsse
Ida

Karin hat gesagt…

Wie schön die sind, besonders die fein gefleckten und gemusterten Zinnien! Da werde ich richtig neidisch. Meine sind immer nur einfarbig. Im Dahlienbeet finde ich die Zinnien zudem super platziert, sie gehören ja auch verwandtschaftlich zusammen - beides Korbblütler.
Karin - Pflanzenlust

Elke hat gesagt…

Schön sieht das aus! Ich habe mich noch nicht so sehr mit Zinnien beschäftigt, aber warum soll man sie nicht mögen?
Lieben Gruß
Elke

stadtgarten hat gesagt…

Von dem Beet hast du uns ja unterwegs vorgeschwärmt - es ist wirklich toll geworden. Ich mag die Zinnien sehr sehr gerne, aber da ich keinen Platz zum Aussäen drinnen habe, gibts bei mir dann immer nur ein paar Pflänzchen, die meine Mutter ausgesät hat. (Und die stehen dann im Staudenbeer!)
Vielleicht sollte ich es auch mit mit der Aussaat im Freiland probieren?! Ich befürchte nur, dass ich dann vergesse, wo genau ich ausgesät habe und die Sämlinge fallen dem Unkrautjäten zum Opfer!
Liebe Grüße, Moni

Chalisas Klostergärtchen hat gesagt…

Oh, das Beet ist eine Wucht. Und so eine tolle Vielfalt. Früher mochte ich Zinnien nicht besonders, ich fand sie fürs Staudenbeet auch nicht so passend. Aber im Küchen-, Kräuter- oder Gemüsegärtchen haben sie sich immer gut gemacht. Vielleicht habe ich nächstes Jahr ja wieder mal mehr Zeit, das ein oder andere auszusäen. Einfach an Ort und Stelle aussäen, wird bei mir nichts, ich muß die Pflänzchen vorziehen, allein mir fehlt die Zeit für die Pflege der Sämlinge ...

LG
Chalisa

Magia da Inês hat gesagt…

♥ Olá, amiga!
Passei para uma visitinha... amei!
Amiga, amo zinnia... quanta beleza!
Está tudo muito lindo, criativo e de bom gosto.
Seu espaço alegra os olhos e a alma... é muita poesia!...
Bom fim de semana!
Tudo de bom!!!♥
Beijinhos.
Itabira♥♥
♥♥Brasil

Babara hat gesagt…

Ok, wenn man die Zinnie so gekonnt ins Dahlienbeet integriert wie du es getan hast, dann kann ich mich mit dieser Blume eigentlich auch anfreunden. Ich sehe sie aber immer im Garten meiner Schwiemu (gehört zu ihren Lieblingssommerblumen), so in Reih und Glied und in allen Farben....und das hat mich bis jetzt davon abgehalten sie auch hier auszusäen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich sage niemals "nie" ;-) !!
Liebe Grüsse,
Barbara

Sisah hat gesagt…

Jetzt weiß ich wieder, was ich dieses Jahr vergessen habe zu säen! Schön, diese wunderbaren Sommerblumen in deinem Garten bewundern zu dürfen. Letztes Jahr auf der Oranienburger Landesgartenschu hatte ich sie schon bewundert und mir eigentlich vorgenommen, sie auch mal auszusäen.
LG
Sisah

Bernstein hat gesagt…

Hallo Majorahn,
heute wage ich es hier ein paar Worte zu schreiben, wo ich doch schon so lange Zeit hier regelmäßig lesender Gast bin. Ich habe hier auch schon einige leckere Rezepte gefunden, die der ganzen Familie gut geschmeckt haben.
Die Zinien passen wunderbar ins Dahlienbeet. Das sieht aus wie ein Gemälde. Diese Kombination könnte ich wirklich auch einmal probieren, sie wäre sicher ein schöner Übergang zum Kräuterbeet.
Jetzt lasse ich noch herzliche Grüße hier und bedanke mich für die vielen Anregungen.
GlG Bernstein

vintage-rose Cottage hat gesagt…

Huhuuub Anne,das sieht toll aus ,ich mag die unheimlich gerne weil sie einfach so toll in die Bauerngärten passenund dann auch eben super schön blühen wenn viele andere Blumen schon in ihre Ruhepause gegangen sind:O)wunderschön:O)Ich selbst habe auch welche in meine Herbstbeete ganz liebe Grüsse Belinda

Margit hat gesagt…

Und wie dieses Experiment gelungen ist, einfach herrlich dieser Anblick! Ich muss gestehen, dass ich Zinnien auch aus meiner Kindheit kenne und sie damals richtig, richtig satt hatte. Die waren einfach überall, richtig aufdringlich. Aber in den letzten Jahren hab ich schon ein paar Mal still und heimlich darüber nachgedacht, vielleicht mal welche anzubauen...
Liebe Grüße, Margit

Hillside Garden hat gesagt…

Klasse! Man muss sich einfach überwinden, die Pflanzen unserer Eltern wieder anzupflanzen - wie man sieht, lohnt es sich. Leider kann man sie erst so spät aussäen, sie wollen es ja warm. Hebst du mir drei Samenkörner auf?

Al

Birgit hat gesagt…

Ein herrliches Farben-Feuerwerk liebe Anne. Gott sei Dank haben die Pflanzenjäger diese schönen Blüten gefangen und zu uns mitgebracht.
Viele liebe Grüße
Birgit

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