Mittwoch, 21. April 2010

Ein alter Zopf ...

Ein Frühlingstraum in Weiß - oder besser gesagt ein weißer Tulpentraum.
Vor ein paar Jahren habe ich mir 2 große Pakete mit je 200 Tulpenzwiebeln gekauft und sie in der Erde verbuddelt. Im nächsten Frühjahr blühten sie alle.
Anfangs in grünlichem Weiß ...
... etwas später in strahlendem Weiß.
Sie wachsen überall: im Vorgarten, im Gemüsegarten, bei den Stauden und vor dem Hühnerstall.

Aber jetzt ist die Blütezeit fast vorbei und wenn die großen, welkenden Blätter nicht zwischen hohen Stauden verschwinden, bieten sie bald keinen schönen Anblick mehr.
Man hat mir immer erzählt, die Zwiebelpflanzen müssten ganz und gar von alleine einziehen, sonst würden sie im nächsten Jahr nicht mehr blühen. Bereit zum Risiko schnitt ich vor einigen Jahren die noch grünen Blätter der Tulpe radikal zurück und wartete gespannt auf das nächste Jahr. Und siehe da - sie blühten alle wieder und vermehrten sich sogar.

Übrigens, ich mache das teilweise auch mit den Narzissen. Auch sie blühen im nächsten Jahr wieder, wenn man ihre Blätter noch im grünen Zustand zurückschneidet.

Fazit: es ist ein alter Zopf, das Blattgrün einer Zwiebelpflanzen bis zum Ende stehen lassen zu müssen. Es sei denn, man mag Blattzöpfe und bindet die welkenden "Bänder" zu einem dekorativen Zopf ;-)

Nachtrag: Der Name der weißen Tulpe lautet übrigens:
Tulipa fosteriana 'Purissima'

Kommentare:

Sisah hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Sisah hat gesagt…

Mutigvon Dir dieses Experiment gleich an allen Zwiebeln auszuprobieren...oder bist Du naturwissenschaftlich vorgegegangen und hattest eine Vergleichsmenge an Tulpen und Narzissen, denen du die Laubblätter gelassen hattest? Es gibt im Gartenbereich etlich Dogmen und gebetsmühlenhaft sich wiederholende Empfehlungen...man sollte sie hin und wieder hinterfragen. Ich hatte mich bei Tulpen und Narzissen immer brav dran gehalten,dennoch sind die Narzissen immer wieder nach der Blüte verschwunden, so dass ich meine, dass die Bodenzusammensetzung/-bedingungen sicherlich eine größere Rolle bei der Blütenbildung dieser Zwiebelpflanzen spielen als die Photosyntheseleistung bzw. der Abbau ihrer Produkte.
LG
Sisah

Anke hat gesagt…

Also das ist ja wirklich ein Ding, denn bei den Tulpen, Narzissen, Osterglocken stört mich das Abwelkenlassen doch sehr.

Ob es auch bei Krokussen funktioniert ? Dann müsste ich beim Mähen nicht mehr um sie herumfahren, hihi ...

Herzliche Grüße
von Anke,
die Deine weiße Tulpenpracht übrigens wunderschön findet

Lis hat gesagt…

Hm, das werde ich wohl auch mal ausprobieren! Vor allem weil ich so viele Tulpen hier stehen habe die nur Laub und keine Blüten gebildet haben! Sieht aber echt klasse aus bei dir, so richtig schön strahlend weiß!

Übrigens, die Links zu den ganzen Semperbeiträgen gehen schon seit Tagen nicht mehr, dabei würde ich dort so gerne wieder mal reinschauen

LG Lis

HaBseligkeiten hat gesagt…

.....meine weißen "Tulpen aus Amsterdamm" sind im Moment eher gelblich- grün....dann bin ich mal gespannt ob auch sie rein- weiß werden. Ich habe sie extra zu den Hostas ins "weiße Beet" gepflanzt, dass ich dann das Laub unter den Hostablättern verstecken kann. Aber einfach abschneiden werde ich bei einigen auch mal versuchen.
Du hast ein wunderschönes Tulpenmeer :)
Liebe Grüße, Heidi

HaBseligkeiten hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Mrs. Mauritio hat gesagt…

Mein Frauchen hat bisher auch nicht gewagt, dass Grüne Zwiebellaub abzuschneiden. Trotzdem, war der Erfolg der Blütenrückkehr in den Folgejahren ziemlich Sortenabhängig. Also z.T. umsonst auf welkendes Laub geschaut.
Dank deines Tipps, wird sie die Zwiebelbumen nun nach der Blüte abschneiden, denn offenbar kommen die, die wollen, so oder so wieder.

Liebe Grüße, Mrs. Mauritio

speedy hat gesagt…

Dieses Tulpenmeer ist so toll!!
Verschwenderische Fülle, fast wie eine Bundes- oder Landesgartenschau ;-)) schöner noch.
Liebe Grüsse Gabi

Margit hat gesagt…

Ich bin vor drei Jahren dazu übergegangen, die untersten zwei Blätter stehen zu lassen und den Rest abzuschneiden. Das mindert die Blattmasse wenigstens etwas. Trotzdem sind die vergilbenden Tulpenblätter einfach kein schöner Anblick.
Wie radikal hast du denn das Tulpenlaub abgeschnitten? Das würde mich echt interessieren - einfach bodennah oder doch ein paar Blätter stehen lassen, wieviele denn?
Deine Tulpen bieten übrigens einen herrlichen Anblick, da könnte man drin versinken!
Liebe Grüße, Margit

Frauke hat gesagt…

ich schneide bisher immer oben alles ab,die Fruchtstände und Stengel so habe ich es auf den Feldern in Holland gesehen und mehr Zeit habe ich auch nicht, nun gibt es auch gleich eine schöne Mulchdecke, es bleibt liegen, denn dann kommen die Rosen und Stauden wie Lavendel, viel Italienische Kräuter , blauer Salbei katzenminze ...
Frauke

guild-rez hat gesagt…

Soll ich oder soll ich nicht?
Das ist hier die Frage. Aber da ich sehr experimentierfreudig bin, probier ich's doch einmal aus:)
Vielen Dank für Deine Kommentare.
Im Frühjahr, bevor die "Blackflies"
mich zu sehr beissen, verbringe ich ein paar Wochen im kanadischen Norden.
Nun geht's wieder an den Garten.
Ich moechte sehr gern eine Hauswurzecke unter den grossen Bäumen anlegen.
LG Gisela

Birgit hat gesagt…

Liebe Anne,
das sind ja ganz herrliche Tulpenbeete bei Dir. So viele weiße Tulpen auf einem Haufen. Einfach wunderschön. Vielen Dank für den Tipp, die noch grünen Blätter zurück zu schneiden. In der Tat habe ich mich da nie getraut, auch wenn sie oft so lästig sind.
Liebe Grüße
Birgit

majorahn hat gesagt…

Hallo liebe Gartenfreunde, vielen Dank für eure Kommentare. Hier meine Antworten auf eure Fragen:

@ sisah: ich gebe dir Recht: sicherlich spielen für die Blühwilligkeit der Tulpen und Narzissen andere Faktoren eine Rolle, als das "domatische Abwelken lassen".
Ich habe mein Experiment natürlich erst auf eine hintere Ecke beschränkt. Aber als im nächsten Jahr die Zwiebeln alle wieder blühten, wurde ich ganz mutig.
Wir nehmen immer im Mai am Tag der offenen Gärten teil und da stören diese vergilbten, großen Blätter sehr. Da fiel es mir nicht so schwer, ganz mutig zu sein ;o)

@ Anke
ich denke, das funktioniert auch bei den Krokussen. Aber weil ich es noch nicht ausprobiert habe, will ich mich da auch nicht festlegen. Probiers mutig in einer Ecke aus und berichte uns im nächsten Jahr.

@ Lis: ja, die Semperliste ist seit einigen tagen nicht mehr erreichbar, weil der Webspace-Anbieter einen Serverumzug macht - mit Problemen.... "Wir" (ich weniger) sind am Ball.

@ HaBseligkeiten: was hast du denn für eine Sorte? Meine ist eine T. fosteriana 'Purissima'

@ Mrs. Maurito: kluge Worte von deinem Frauchen: es hängt sehr viel von der Sorte ab, ob die vornehmen Tulpen blühen wollen oder nicht.
Meine weiße Tulpe, sie heißt 'Purissima' will!

@Speedy: wow, schöner wie eine gartenschau??? Besseres Kompliment geht nicht!

@ Margit: Kompromissloser Schnitt - bodennah!

@ Frauke: das ist der Beweis. Wenn das die Holländer - also die Fachleute - auch so machen, kann es nicht verkehrt sein.

@ guild-rez: ich bin sehr gespannt auf Bilder deiner Hauswurzecke. Hoffentlich bekommen sie unter den großen Bäumen genug sonne ab!? PS: die Semper-Listen-Homepage ist momentan lahmgelegt. Siehe Kommentar für Lis.

Elke hat gesagt…

Ich schneide das Laub seit jeher zurück und habe trotzdem immer wieder ordentlich blühende Pflanzen. Gut dass du mal drüber geschrieben hast!
Herzliche Grüße
Elke

stadtgarten hat gesagt…

Das werde ich dieses Jahr auch ausprobieren! Mich stört das viel zu langsam wegwelkende Laub auch immer total und in der Not habe ich auch schon Narzissenzöpfe geflochten!
Die weißen Tulpen passen supergut zu de Bergenien!
Ein schönes Wochenende, liebe Grü0e, Monika

Naturwanderer hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Naturwanderer hat gesagt…

Und der Autor war ich, nun kommt die Verbesserung.
Ich buddele die Tulpen nach der Blüte mitsamt den Zwiebeln im Vorgarten aus, lege sie in eine Kiste, stelle sie in den Garten und lass sie abwelken. Damit verhindere ich sie vor dem Zerhacken bei der Neubepflanzung.
In der "Landlust" gibt es einen interessanten Bericht von dir. Tolle Sache mit dem Herstellen eigener Töpfe.
Liebe Grüße
von Edith

Babara hat gesagt…

Auch ich gehörte bis anhin zu den "Zöpflerinnen"...aber von jetzt an wird abgeschnitten und zwar auch radikal! Du übernimmst sicherlich keine Garantie, aber ich glaube deiner gemachten Erfahrung :-) !! Herzlichen Dank für diesen Tipp und ebensolche Grüsse,
Barbara

Northern Shade hat gesagt…

Your white Tulipa fosteriana 'Purissima' look great. They are very showy in such a large group, and mix well with the yellow.

Margit hat gesagt…

Bodennah?! Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Ob ich mich das traue...
Liebe Grüße, Margit

Akaleia hat gesagt…

Du hast recht, liebe Anne, auch ich habe bisher immer das Laub radikal zurückgeschnitten und es ist ihnen bekommen - nur Wühlmäuse haben meinen Zwiebelbestand dezimiert.....:o((

LG
Birgit

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