Samstag, 6. März 2010

Ross-Kastanien - Der Tanz der jungen Blätter

Wo sich Wege kreuzten, stand in früheren Zeiten in Rheinhessen oft ein Wegekreuz. Neben diesen Kreuzen pflanzte man gerne Roß-Kastanien . Diese Bäume gibt es noch gar nicht so lange bei uns - sie kamen zusammen mitTulpen und Flieder gegen Ende des 16. Jh. nach Mitteleuropa. Die ursprüngliche Heimat dieses imposanten Baumes liegt in Nordgriechenland und Bulgarien. Die wohl älteste Kastanie von Rheinhessen steht auf dem Friedhof in einem kleinen Ort in der Nähe von Bingen (Ockenheim) und soll über 350 Jahre alt sein.

Auf dem Nachbargrundstück unseres Gartens hat ein Junge vor vielen Jahren einige Kastaniensämlinge ausgepflanzt. Damit sie nicht zu Bäumen heranwachsen, hat der Gärtner sie von Anfang an rigeros zurückgeschnitten und nun wachsen statt Bäume Kastanienbüsche auf der Wiese. Im Gegensatz zu erwachsenenBäumen, deren neue Triebe kurz und rundlich sind, wachsen die neuen Triebe der Büsche ganz straff und gerade heran. Das ist optimal für einen schönen Zweige-Strauß.
Ende Januar schneide ich mit ein Bündel von diesen kräftigen Zweigen. Seitdem vollzieht sich gegen Ende des Winters jedes Jahr ein neues kleines Wunder im Wohnzimmer. Seht nur selbst:
Einige Tage tut sich gar nichts. Aber dann werden die Knospen richtig klebrig. Immer bleiben die Hunde mit ihrem Fell daran hängen.
Und dann schwillt die Knospe, ganz langsam, kaum merklich. Und dann auf einmal - fast glaubt man schon nicht mehr daran - zeigt sich das erste Grün. Das Foto stammt vom 1. März 2010.
Und dann beginnt eine kleine Explosion. Die jungen Blätter in der Knospe können es kaum noch erwarten ...
... und recken sich
und strecken sich ...

und eh man sich versieht ...
sind sie schon mitten in ihrem Frühlingstänzchen.



Kommentare:

guild-rez hat gesagt…

Ein sehr schoener Beitrag über die Rosskastanie.
Die Fotos gefallen mir ebenfalls, sowie di Idee Zweigen zum Treiben ins Haus zu bringen!!
Einen schoenen Sonntag,
Gisela

Birgit hat gesagt…

Liebe Anne,
Du hast den Tanz der Blätter der Roßkastanie hinreissend in Bildern fest gehalten. Wir haben ja auch einen Riesenbaum in unserem Garten. Ich gebe zu, er macht nicht nur Freude. Eigentlich macht er das ganze Jahr über sehr viel Arbeit. Am Schlimmsten sind die Klebeknospen, die wir unter den Schuhen haben und die Tiere im Fell. Wir werden (müssen) uns wohl noch in diesem Jahr von diesem Baum trennen. Er hebt die Terrasse an, stört das Abwasser und produziert Verstopfungen und nun hat er auch noch einen Pilz in der Rinde. Eigentlich schade, denn wir lieben ihn sehr, weil er wohligen Schatten spendet in der Hitze.
Ich schick Dir viele liebe Grüße. Schönes Wochenende,
Birgit

Aiko macht sich Gedanken hat gesagt…

Hallo liebe Annemarie,
wirklich ein so schöne Fotoserie und auch imposant, wie sich diese Zweigen im Haus "freudig" ausbreiten. Na - meine Kumpels bei Dir werden wohl keine Probleme damit haben - es sieht allerdings sehr filigran aus - so ein Hundehaar an einer "Roß" - kastanie - herrlicher Post.
Wuff und LG aus dem verschneiten NRW
Aiko und sein Frauchen Annemarie

Frauke hat gesagt…

und zu den Roßkastianien gibt es wunderschöne Bilder von Horst Janssen
auch stelle sie gerne ins Wasser und bin immer wieder verzaubert von dieser Kraft
Frauke

Gartendrossel hat gesagt…

Liebe Anne,
Dein Header-Bild gefällt mir sehr... warten wir doch alle sehnlichst auf den Frühling...
danke sehr für diese herrlichen Bilder der Rosskastanie...

Liebe Grüße schickt Dir Traudi

Babara hat gesagt…

So schön, liebe Anne! Ein richtiges Frühlingstanzspiel der Rosskastanien! Ja, auch wir haben wieder Schnee und der Garten mit all den ersten Frühlingsblumen ist unter einer weissen Decke versteckt. Aber die Sonne scheint und vielleicht wird es in der kommenden Woche doch möglich erste Gartenarbeiten zu verrichten, denn aus meinem Winterschlaf bin ich nun auch erwacht :-) !
Sei lieb gegrüsst,
Barbara

Hillside Garden hat gesagt…

Goldisch, Astrantia, echt!

AL

Margit hat gesagt…

Das sind herrliche Fotos! Und eine tolle Idee für Rosskastanien-Zweige. Wir wohnen ja in einer Straße, die ihren Namen diesen Bäumen verdankt und daher mangelt es an "Material" nicht.
Liebe Grüße, Margit

Akaleia hat gesagt…

Liebe Anne,
das stimmt - was eine Kraft von diesen scheinbar "unscheinbaren" Ästen ausgeht - wundervoll!
Übrigens sehr interessant, dass die Roßkastanie noch gar nicht so lange bei uns beheimatet ist.
LG
Birgit

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