Im Januar ist es die Euphorbia martinii, die mit ihren graugrünen Blättern und roten Spitzen Schnee und Eis trotzt.
Im Februar ist es die Christrose.
Und im März ist sind es die orientalischen Lenzrosen-Hybriden .
Im April liebe ich die Mittelmeerwolfsmich, die Euphorbia characias. Denn im April haben ihre gigantischen Blüten Hochsaison.
Im Mai sind es die Pfingstrosen, die wilden und auch die Edlen.
Aber es gibt noch eine schöne Pflanze - meine heimliche Favoritin:
Diptam, oder auch 'Brennender Busch'. Botanisch Dictamnus albus.



In der Gärtnerei, in der ich arbeite wächst ein besonders schönes Exemplar - die Mutter aller in der Gärtnerei erzeugten Diptampflanzen. Sie hat besonders schöne, große Blüten. Jedes Jahr warte ich schon darauf, dass sie wieder zu blühen beginnt.
Dieses Jahr tat die Pflanze sich besonders schwer, denn der Frühling war lange kalt und nass und die Nächte waren eiskalt.
Aber sie blühte dann doch noch ... und wie! In der 2. Maihälfte öffneten sich die sagenhaft schönen Blüten - und man höre und staune: es gibt jetzt - Ende Juni - immer noch welche.
Diptam mag es besonders gerne sonnig, warm und trocken. Die Erde sollte kalkhaltig sein. Man muss viel Geduld haben, bis die Pflanze zu einem stattlichen Exemplar herangewachsen ist.
Bei uns in Rheinhessen kommt der Brennende Busch sogar wild vor: in der sogenannten "Rheinhessischen Schweiz". Er wächst auf einem Hang in dem wenigen Wald unserer Region. Aber vorsichtig, man darf ihn nicht aus der Natur entwenden, denn er ist streng geschützt!!! Die Pfahlwurzeln würden den Umzug sowieso nicht verkraften, denn sie sind sehr empfindlich.
Ein weiteres Exemplar der schönen Pflanze steht in der Gärtnei fast ganz unbeachtet und arg bedrängt in einer sich sehr breit machenden Heckenkirsche. Das scheint dem Diptam gar nichts auszumachen, auch er blüht sensationell!

Es gibt viele Geschichten um den sogenannten "Brennenden" Busch. Die einen sagen, er hätte schon in der Bibel eine Rolle gespielt. Und Hildegard von Bingen sowie auch der mittelalterliche Mönch Albertus Magnus haben in ihren Schriften den Dictamnus als Heilmittel gepriesen.
Doch das lässt mich ziemlich kalt, denn man weiß nicht genau, ob es sich wirklich um diese Pflanze gehandelt hat.
Aber eines weiß ich genau: die Pflanze hat einen unglaublich tollen Geruch und immer wenn ich in ihrem Umkreis beschäftigt bin, riecht es wunderbar nach Zitrone - herrlich!!! Egal ob die Sonne vom Himmel brennt, oder ob sie von Wolken bedeckt ist.
Inzwischen haben die meisten Blüten Samenkapseln angesetzt. Auch sie sind immer noch sehr schön anzusehen. Sie ähneln dem Anisstern.
Einer meiner Lieblings-Garten-Autoren, Jürgen Dahl, beschrieb einmal dass er in einer lauen Sommernacht diese Kapseln mit einem Streichholz entzündet hat und dass sich daraufhin ein wunderbarer Duft entfaltet hat. Ich habe das auch probiert und war aber mehr von dem winzigen Feuerwerk begeistert, das sich durch das Verbrennen der ätherischen Öle in der Frucht gebildet hat.

Auf dem folgenden Bild sieht man die leeren Samenhüllen aus dem vorigen Jahr. Längst ist der Samen wieder ausgesät worden und die kleinen Sämlinge wachsen mit einem bisschen Gärtner-Glück schon bald stattlichen Pflanze heran.

In unserem Garten stehen auch zwei schöne Dictamnus: rosaweiß mit prächtig roten Adern. Inzwischen hat sich noch eine weitere Art dazugesellt: ein Dictamnus alba 'Albiflorus', die reinweiß blühende Form.


Auch diese Pflanze ist recht hübsch anzusehen.
Trotzdem, gegen die ursprüngliche Form kommt nichts an.
Bald wird die ganze Pracht wieder vorbei sein. Das macht aber gar nichts, denn neue Lieblingsblumen warten schon längst wieder im Garten.














