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Sonntag, 30. März 2008

Frühjahrsputz für Genügsame

Ja, ja liebe Monika vom Hügeltraum - hier ist er ja schon - der Bericht über den Frühjahrsputz für Sempervivum. Es wird höchste Zeit, den pflegeleichten Pflanzen was Gutes zu tun.
Ich habe sehr viele Pflanzschalen, die meistens sehr gut über den Winter kommen. Manche leiden aber unter Winternässe. Eigentlich sollte man sie im Winter unter ein Dach stellen, aber das ist nicht immer möglich. Und dann sehen die Arrangements so aus wie auf dem Foto von oben.
Im Sommer letzten Jahres kam ein neues, sehr hübsches Sedum auf den Markt: Sedum 'Chocolate Ball' /links im Bild). Ich dachte es würde sehr gut in meine Semperviventröge passen. Doch es ist leider nicht genügend winterhart und ist eingegangen. Es hinterlässt ein hässliches Loch. Außerdem ist ein Sempervium eingegangen. Es hinterlässt aber 4 putzmuntere Kindel.

Als erstens werden alle Steine und sonstige Dekos aus dem Minitrog genommen. Dann habe ich das abgestorbene Sedum, Unkraut und Moos entfernt. Dabei kann man einen Bleistift oder ein kleines Messerchen zur Hilfe nehmen.

Das fast abgestorbene Sempervivum habe ich herausgehoben und in den Kompost geworfen. Vorher habe ich aber die Kindel abgemacht.

Nun wird das Sisyrinchium (Binselilie) ein bisschen ausgeputzt. Braune und gelbe Blätter werden herausgeschnitten.
Übrigens, die Binsenlilie ist meine allerliebste Begleitpflanze für Sempervivum. Sie hätte einen eigenen Post verdient!

Der Trog sieht nun ziemlich leer aus. Nur noch die 2 Binsenlilien und kleine Sempervivum sind im Gefäß. Mit einem Eßlöffel hebe ich kleine Pflanzlöcher aus ...

... in die ich eine neue Pflanze einsetze. Diese Pflanze war einmal ein Kindel, das bei einem Frühjahrsputz im letzten Frühling angefallen ist.
Mit frischer Erde die Löcher auffüllen. Zusammensetzung der Erde siehe unten.


Mit einem Pikierstab oder Bleistift setze ich noch die 4 Kindel von oben ein.

Um ein bisschen Farbe ins Spiel zu bringen, setze ich ein Sedum album 'Coral Carpet' ein. Es ist sehr wüchsig und ich habe die untere Ballenhälfte einfach weggebrochen. So passt es besser in die Schale und es bildet sehr schnell neue Wurzeln.
Dieser "Mauerpfeffer" ersetzt mir das eingegangene Sedum 'Choclate Ball'. Im Sommer wird es über die Trogrand wachsen und herrlich weiß blühen.
Und jetzt kommt was ganz wichtiges: Im Frühjahr kann man Sempervivum düngen. Ich mache das mit ein paar Körnchen Blaukorn. Das ist ziemlich günstig und es enthält alles was die Pflanze braucht. In der Regel gilt:

1-3 Körnchen Blaukorn pro Pflanze, je nach Rosettengröße
(aber wirklich nur ! im Frühjahr)

Nachdem ich diese auf die Blumenerde gegeben habe, streue ich Lavasplit (Winterstreu) drüber.
Ich hoffe ihr habt ihn euch alle im Winter im Baumarkt besorgt!

Und so sieht der aufgeputzte Trog nach der Frühjahrskur aus.

Bei manchen Rosetten sterben die unteren Blätter ab. Das sieht im Frühling gar nicht schön aus. Ich nehme die Pflanze aus dem Topf und entferne die obere Erdschicht. Hierbei wird auch Unkrautsamen entfernt. Dann streife ich mit Daumen und Zeigefinger alle braunen Blätter ab. die Pflanze kommt zurück in den Topf und wird wieder mit etwas frischer Erde aufgefüllt.

(Erde: in gutes Pflanzsubstrat mit Tonanteilen fügt man etwas Sand hinzu - 1 Teil Sand. 10 Teile Erde)
Und nun kommen noch ganz wenige Körnchen Blaukorn hinzu. Menge siehe oben. Mit Lavasplit abdecken.

Ich habe noch etwas aus dem Archiv gezogen. Meine Freundin ist Regisseurin für kleine Filmchen bei 3 Sat. Für eine Ratgebersendung hat sie einmal ein Sempervivenbeitrag bei uns im Garten gedreht. Das Video zu dem Bericht findet ihr rechts unten.

Hauswurz-Bericht und Filmchen in 3 Sat von 2004

(Achtung: das Mischungsverhältnis der Erde wird im Film anders angebeben. Heute nehme ich nur noch ca. 1/10 Sand dazu)

Und für das nächste mal habe ich noch was ganz Spannendes. Ich habe eine superinteressante Nachricht auf meine Sempervivenposts bekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Aber jetzt bin ich zuuuu müde. Zuviele Semperviven hatten heute IHREN 'Wellnesstag'.

Donnerstag, 27. März 2008

Süßer Rosenkuchen

Für alle, die Scharbockskraut durch Vertilgen ausrotten möchten (besonders für Stadtgarten): "TUT DAS NICHT!!!"
Denn wie sagte schon Paracelsus:

"Dosis sola fecit venenum" oder "Allein die Dosis macht das Gift"
In großen Mengen genossen ist Scharbockskraut giftig!!!

Ich teile stattdessen mein Frühstück mit euch. Auch mit denen, denen Scharbockskraut zu bitter schmeckt:

Süßer Rosenkuchen

Kuchen schon alle? Dann backt euch doch einen neuen:

Stollen aus Rührteig aufschneiden und mit Hagebuttenmus füllen. In das Hagebuttenmus habe ich etwas Rosenwasser gerührt.

Jetzt sagt bloß nicht, ich wäre am frühen Morgen schon eine ganz Süße!

Montag, 24. März 2008

Alte Bauerngartenstauden - Scharbockskraut


Das Scharbockskraut, Ranunculus ficaria, ist fast in ganz Europa zuhause. Man findet es auf nährstoffreichen und humosen Böden in Au- und Laubwäldern, in Hecken, Obstgärten, Parkanlagen und alten Gärten. Wo die Pflanzen nicht stören, können sie wertvolle hübsche Frühlings-Bodendecker sein, die sich im Mai wieder vollkommen in die Erde zurückziehen.
Aber wehe die Wildform nistet sich in kleineren Gärten ein! Dort kann sie zu einem großen Übel heranwachsen - man wird dem Ranunkelgewächs kaum noch Herr.

Dabei gibt es eine hübsche gefüllte Form, die bereits seit dem 18. Jahrhundert in deutschen Gärten bekannt ist und die sich mit ihrer Fortpflanzung zurückhält. Die Rede ist von Ranunculus ficaria 'Flore Plena'.

Die Staude wächst schon seit einigen Jahren bei mir im Garten und tatsächlich hält sich ihr Ausbreitungsdrang in Grenzen.
Dort, wo im Mai die Funkien sprießen habe ich das hübsche gelbe Blümchen angesiedelt.


Bereits im Januar drängen die kleinen grünen Blättchen aus der Erde. Auf die Blüte muss man dann aber noch 6-8 Wochen warten.
In dieser Zeit, also der Zeit vor der Blüte, bieten die Blättchen eine willkommene "grüne", nach Kresse schmeckende Abwechslung auf dem Butter- oder Käsebrot.
Der deutsche Name " Scharbock" bezieht sich auf die Vitamin-Mangelerkrankung Skorbut. Früher, als man im Winter frische Vitamine noch nicht von der Theke kaufen konnte, litten die Menschen an dieser Krankheit. Das Scharbockskraut spendete als eine der ersten Pflanzen lebensnotwendigen Vitamine.
Wenn das Kraut jedoch zu blühen beginnt, darf man es nicht mehr verwenden, denn dann sammeln sich in den Blättern Giftstoffe an! Man sollte sich also ein bisschen mit der Pflanze auskennen!

In den letzten Jahren erfreuen sich die Scharbockskraut-Formen wachsender Beliebtheit, denn inzwischen hat sich herumgesprochen, dass sie nicht mehr wuchern. Zudem haben sie interessante Blattfärbungen und hübsche Blütenvariationen.

Sorte 'Brazen Hussy' wurde 1976 in der Natur der Grafschaft Kent gefunden. Sie allerdings breitet sich etwas mehr aus als ihre gefüllten Schwestern. Die sattgelben Blüten stehen in hübschem Kontrast zu den dunklen Blättern.

Das Einkaufskörbchen meines Raritätenmarktbesuches in Ffm im Jahre 2005.
U.a. befinden sich 2 schöne Scharbockspflänzchen, Ranunculus ficaria 'Primerose' darin. Sie haben sich wunderbar im Garten eingelebt.



Tja, ich kann Herrn Waggerl nicht zustimmen, wenn er behauptet, niemand würde das Scharbockskraut genießen, denn ich tue es in jedem Frühling auf's Neue.

"Gott schuf das Scharbockskraut.
Indessen,
den Bock dazu hat er vergessen,
weshalb das Kraut zwar grünt und sprießt,
jedoch vergebens,
weil niemand kommt, der es genießt."





Dienstag, 18. März 2008

Sempervum IV a - Kleine Einkaufshilfe



Hallo Barbara und alle die es wissen wollen. Ich setze nun zum 3. mal eine aufwendige Antwort an und jedesmal, kurz vorm Wegschicken, verpatze ich es.

Deshalb habe ich mich nun für den Post "Sempervivum IVa - eine Einkaufshilfe" entschieden, dann kann ich ja auch gleich verlinken.
Zu Beginn meine absoluten Sempervivum-Spitzen-Web-Seiten

http://www.semperhorst.de
http://www.semper-vivum.de/
http://www.sempervivumgarten.de/

und natürlich meine eigene Sempervivum-Seite, die ich ständig ergänze
http://www.majorahn.de/Semperviven/Sempervivenliste.html

Falls ihr auch noch Seiten empfehlen könnt, würde ich mich sehr darüber freuen.

Auch ich hatte und habe immer noch meine Schwierigkeiten mit der Bestimmung .

Die Namenlosen werden im Frühjahr oder Sommer oft von Bau- oder Supermärkten angeboten. Das sind im Prinzip keine schlechten Sorten - nur es gibt wenig Auswahl. Den Sorten-Reichtum können solche Läden überhaupt nicht bringen.

Ich beziehe mittlerweile meine Schätze fast nur noch von Händlern meines Vertrauens - oder ich tausche mit Gleichgesinnten. Leider gibt es noch in meiner Umgebung nur wenige (gelle Akaleia, zwinker).

Ich kann euch nur ermutigen, immer genau hinzuschauen, denn hat man einmal verstanden auf was man schauen muss, eröffnet sich einem eine ganz neue Welt. Die Welt des Details.

Und ... es ist noch keine Meisterin vom Himmel gefallen. Wenn "Sie" euch interessieren, bleibt am Ball bzw. an der Rosette.

Übrigens, auch ich habe zu Beginn meine "Doppelten Lottchen" gehabt und wenn ich nicht genau aufpasse, passiert es mir auch noch (aber ganz selten). Ich beschränke mich beim Kauf auf ganz wenige Exemplare, damit ich mir genug Zeit nehmen kann, sie kennen zulernen.

Es ist wahr, Lis, sie brauchen wenig Pflege, doch gerade im Frühjahr sollte man sich ein wenig um sie kümmern, sie danken es einem und bleiben schön. Ich werde es mal in einem meiner nächsten Themen aufgreifen.

Und nun noch ein Buchtipp vom absoluten Profi:

"Freilandsukkulenten" von Fritz Köhlein.

So, dann wünsche ich fröhliches Einkaufen oder Tauschen

Sonntag, 16. März 2008

Sempervivum IV - Wer wollte da widerstehen?

Jedes Jahr, Mitte März, ist es soweit: Raritätenbörse im Palmengarten , FFM.
Es ist nur ein kleiner Markt auf dem Gärtner aus ganz Deutschland - meist Staudengärtner - "ihre" Besonderheiten vorstellen. Ganz bewusst nehme ich mir nur eine Tasche mit - mehr erlaube ich mir nicht. Zum Einen muss ich meinen Geldbeutel schonen und zum Anderen will ich meine erworbenen Neuheiten erst ausführlich kennen lernen.
Am interessantesten sind natürlich für mich die Stände, die Steingartenpflanzen anbieten und - wie nicht anders zu erwarten, wechselten einige Semperviven ihre/n Besitzer/in.
Hier sind meine Neulinge für den Semperviven-Garten einschließlich ein paar passenden Begleitpflanzen für Kübel- und Troggärtchen.

Bild 1 (oben):
Eine feurige Dachwurz mit einem schönem hellen Rot und einer hellgrünen Mitte. Ihr Name "DEEP FIRE" - ein passender Name wie ich meine. Ich werde sie nun ein ganzes Jahr beobachten:
  • wie stark wächst sie
  • wie ist ihre Bewurzelung
  • wie übersteht sie den Winter
  • wie verändern sich Farbe und Form
  • wie blüht sie - blüht sie sich auch nicht zu Tode?
  • wie gefällt mir ihr Äußeres im Laufe des Jahres?
Alle diese Kriterien sind mir für diese und andere Semperviven wichtig.



Bild 2 (oben)
Sempervivum altum - eine Art die aus dem Kaukasus stammt. Ihre Blattspitzen sind purpurrot, ihr Inneres ist hellgrün.
Ich soll im Winter ein bisschen auf sie aufpassen, sie verträgt keine Nässe im Winter. Kein Problem, sie kommt in der kalten Jahreszeit unter den Dachvorstand.


Bild 3 (oben):
"Terracotta - Baby". Ihre Farbe, Form und ihre feine Behaarung hat mich angesprochen. Wir werden sehen, ob sich der Kauf gelohnt hat.



Bild 4 (oben):
Das ist die "Braune Maus". Kleine Rosette, bräunliche Farbe, die im Sommer noch mehr ins Braun übergehen soll. Hübsche Form, hübsche Farbe, hübscher Name.

Bild 5 (oben):
Über und über mit langen Haaren bedeckt, das Sempervivum ciliosum x ciliosum var. borisii. So wie sie aussieht, muss auch sie im Winter geschützt stehen.


Bild 6 (oben):
Orostachys spinosa, oder Sternwurz. Stammt aus der Mongolei, Sybirien oder Russland. Im Sommer sollen ihre äußeren Blätter deutlich länger werden, als die inneren. Auch die Blüte ist andersartig als die von Semperviven - eine sehr spannende Geschichte.
Seht ihr die vielen kleinen Ablegerchen am unteren Rand?

Bild 7 (oben):
Saxifraga x 'White Hill' - Steinbrech (Saxifraga paniculata x S. cochleara)
Außergewöhnlich an diesem Steinbrech ist die rote Farbe an der Basis der Rosette. Bald erscheinen ihre weiße hübschen Blüten.


Bild 8 (oben):
Und nun kommt meine Lieblingsbegleitpflanze für Sempervivum und Co.: Sysirynchium angustifolium oder die Binsenlilie. Ihre Blätter sehen aus wie die Blätter einer Mini-Mini-Schwertlilie. Kein Wunder, schließlich gehören sie zu einer Familie. Von besonderem Zierwert ist die wunderschöne blaue Blüte mit gelber Mitte. Ich habe schon jahrelange gute Erfahrungen mit dieser kleinen Schönheit in meinen Sempervivengärtchen, doch diese Sorte
- Sisyrinchium angustifolia 'Lucerne' -
soll eine besonders lange Blütezeit haben, den ganzen Sommer hindurch.


Bilder 9 (oben):
Last but not least: kleinbleibende Gräser und ein kleiner Schlangenbart,
Oben links: alle drei zusammen.
Oben rechts: Luzula pilosa 'Igel' - Zwerg-Haar-Marbel. Sie ist für Schattentröge geeignet. Gerne auch mal mit einer Minihosta und bestimmte Schattensteinbreche.
Unten links: Carex conica 'Hime Kansuga' - eine kleine Seggenart.
Unten rechts: kein Gras sondern ein zwergiger Schlangenbart, Ophiopogon japonicus "Minor".

Das waren noch nicht alle, denen ich widerstehen konnte. Doch die anderen gehören in den Staudengarten. Das jedoch ist ein anderes Thema.

Astrantia im Garten

Freitag, 14. März 2008

Gibt es eigentlich noch den Palmhasen?

Heute morgen bin ich sehr früh aufgewacht. Draußen war es noch dunkel und es regnete. So hatte ich noch etwas Zeit, mich im Bloggerland umzuschauen.
Irgendwann bin ich auf die Seite von 'Fuchsienrot' gestoßen. Von dort wurde man auf ein herrliches Video weitergeleitet:

Zum Videotipp von Fuchsienrot, 12.3.08, Hasenzivilisation

Und plötzlich beschäftigte mich die Frage: Was ist eigentlich aus dem Palmhasen geworden? Kennt noch jemand diesen Gesellen?
Der Palmhase kam in meiner Kindheit immer an Palmsonntag, also am Sonntag vor Ostern. Am Morgen eilten wir hinaus und schauten nach, ob er schon da war. Wir wurden nie enttäuscht - immer legte er ein braunorangenes Ei in ein Nest, das wir am Abend zuvor aus Backsteinen gebaut hatten.

Ob er wohl immer noch kommt?
Ich schlich mich heute Abend in der Dunkelheit in den Garten. Vorbei an den Osterglocken ...

... und tatsächlich, ich fand ein Nest, genauso wie ich es in meiner Kindheit gefunden habe: aus Backsteinen gebaut mit 2 Eiern

Zugegeben, einen Tag zu früh - aber vielleicht musste das fleißige Tier noch ein bisschen üben.
Am Sonntag werden sich sicher unsere beiden Enkelkinder darüber freuen.

Nun wollte ich der Sache aber mal auf den Grund gehen:
warum das Nest mit diesen gefärbten Eiern?

Es hat etwas mit der Fastenzeit zu tun. Zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag war es verboten Fleisch zu essen. Und Eier galten als flüssiges Fleisch.
Dummerweise legen aber gerade in dieser Zeit die Hühner viele Eier. Also kochte man sie ab, und gab ins Kochwasser natürliche Färbemittel aus Küche und Garten. So konnte man sie von den frischen unterscheiden. Am Palmsonntag, der ja auch ein "kleiner" Feiertag ist, gab es schon mal einen Vorgeschmack auf Ostern.

Diese hartgekochten Eier hier wurden für 12 Stunden in ein Zwiebelschalenbad gelegt.

Sind das nicht herrliche Palmeier? Greift zu, sie sind auch für euch.

Übrigens: uns Kinder aus Rheinhessen konnte man nicht so leicht hinters Licht führen. Wir kannten einen schönen Abzählreim, passend zur Osterzeit:

Ich waas, was ich waas.
e Hinkel is koon Has.
Die Mudder färbt die Ajer
un de Vadder leht se ins Gras.

(Ich weiß, was ich weiß. Ein Huhn ist kein Hase. Die Mutter färbt die Eier und der Vater legt sie ins Gras!)

Ach ja, noch was: Ratet mal, was es heute bei uns zu Essen gab.

Zwiebelsuppe!

Einen schönen Palmsonntag wünscht Astrantia.

Sonntag, 9. März 2008

Pappel-la-Papp

Ich mag Zweige im Winter - manchmal noch mehr als Blumen.
Wisst ihr warum?
  • Sie haben Knospen und Knospen sind sehr geheimnisvoll. Sie wurden bereits im Sommer des Vorjahres gebildet und in ihnen schlummert das vollständige Blatt oder die komplette Blüte des künftigen Frühlings oder Sommers.
  • Jeder Baum, jeder Strauch hat seine eigene Knospenform. Sie verrät so sicher wie ein Fingerabdruck, um welchen Baum oder Strauch es sich handelt.
Die Natur bringt solch einen Reichtum an Formen hervor - ich muss immer wieder staunen.

Während meiner Ausbildung musste ich lernen, einen Laubbaum im Winter zu erkennen. Das ist mir anfangs gar nicht so leicht gefallen, aber mit ein bisschen Übung und einem guten Bestimmungsbuch klappt das ganz gut.

Das hier, z.B. ist der Zweig einer Kastanie - von meinem Zweige-Strauß, siehe oben. Die riesigen Knospen sind leicht zu erkennen. Jetzt, einige Wochen bevor sie ihre Blüte entfalten wird, schwillt sie mächtig an und ist von klebrigem Harz umgeben, an dem ein Federchen hängengeblieben ist.
Die klebrige Masse verrät mir z.B., dass der Baum einmal weiße Blüten tragen wird. Das ist wichtig zu wissen, wenn man sich eine Kastanie kaufen möchte.
Die Knospen rotblühender Sorten kleben nicht. Menschen, die gerne einen Kastanienbaum für ihren Garten haben möchten, wählen für ihren Garten gerne eine Rotblühende. Sie werden nicht von Miniermotten befallen und werden nicht so hoch und mächtig wie ihre weißblühenden Schwestern, bilden aber kaum oder nur wenige Kastanien.

Jedes Jahr im Winter mache ich meine Knospenerkundungstouren damit ich nicht aus der Übung komme - denn längst verkaufe ich keine Bäume mehr. Meine treue Hündin Aicha begleitet mich immer.

Unten ist die hübsche schwarz-samtige Knospe einer Esche. Sie ist die einzige heimische Baumart, die solch dunkle Knospen besitzt. Ihre Form gleicht einer Zwiebel-Kirchturmspitze. Die Esche war die erste Knospe die ich in meiner Ausbildungszeit kennengelernt habe. Sie ruft schöne Erinnerungen in mir wach.

Aber kommen wir endlich zum Thema. Denn ich habe noch was ganz bestimmtes vor ...
Die Abbildung unten zeigt die Knospen einer Pappel im Winter.

Schnell werfe ich noch einen Blick auf meine Enkelin. Sie durfte uns heute auf unserer Erkundungstour begleiten. Sie ist dick in ein Schaffell eingepackt und schläft tief und fest. Ich habe also genug Zeit, ganz viele Knospen der Pappel zu sammeln. Das ist gar nicht so einfach, denn sie hängen ziemlich hoch.

Der Teller ist voll - genug für mein Vorhaben.

Die Pappelknospen werden in einem Mörser zerstoßen und in Oliven oder Weizenkeimöl angesetzt. 2 Wochen lang müssen sie nun an einem warmen, hellen Platz ziehen. Dann werden sie abgegossen und gut ausgedrückt.

Und heute geht es ans Werk:
  • Bienenwachs
  • Pappelauszugsöl
  • Ringelblumentee
  • Lanolin (= Wollfett. Ich bekomme es von der Apotheke, da ist es pestizidfrei).
  • einige Tropfen ätherisches Rosmarinöl. Pappelknospen haben einen sehr harzigen Geruch. Da würde ein süßes Duftöl nicht passen.
Alles wird im Wasserbad geschmolzen, gut gerührt, abgefüllt und abgekühlt.

Fertig ist eine Fett und Feuchtigkeit enthaltende Creme, die Hände nach einem Rosenschnitt auf wunderbare Weise pflegt und heilt - meine Pappel-la-Papp.

Zum Schluss möchte ich euch noch eine meiner Lieblings-Buchautorinnen und ihr Buch von den Bäumen vorstellen:
Susanne Fischer-Rizzi: "Blätter von Bäumen".

Vielleicht habt ihr auch schon etwas von ihr gelesen.
In der Schule habe ich gelernt, wie Bäume aussehen und welche Ansprüche sie an Standort und Klima haben.
Von diesem Buch habe ich etwas von der Seele und der Heilkraft der Bäume erfahren. Es enthält viel Wissen unserer Vorfahren und ist spannend und unterhaltsam geschrieben.
Die Anregung für die Pappelcreme habe ich aus diesem Buch entnommen, die Zusammensetzung "meiner" Pappel-la-Papp stammt jedoch von mir.

Dienstag, 4. März 2008

Ein Strauß Buntes

Draußen ist es so ungemütlich geworden. Nass und kalt.
Ich habe meine Gartenarbeit abgebrochen und die Schere mit dem Fotoapparat getauscht. Denn Blümchen gibt es auch heute.
Vielleicht zeige ich sie mal um das Grau dieser Tage zu vertreiben.
Oben ein rosa Schneestolz (Chionodoxa luciliae).
Unten: eine gefüllte Lenzrose. Von all meinen Sorten hat mir heute diese am besten gefallen.


Die Primelchen vermehren sich beachtlich.
Und auch das Veilchen, die "Königin Charlotte" nimmt viel Platz ein.

Die ersten Bergenien und die ersten hohen Osterglocken öffnen ihre Blüten.
Das Lungenkraut kümmert sich im Vorgarten selbst um seinen Fortbestand.
Es versamt sich reichlich.
Diese kleinen Minitulpen sind die ersten im Tulpenreigen.
Bilder können ihre Leuchtkraft nicht wiedergeben.
Eine Zierquitte wird ihnen demnächst Gesellschaft leisten.
"Durchhalten, liebe Tulpen, es dauert nicht mehr lange, dann strahlt ihr zusammen in fröhlichem Orange und die Narzissen begleiten euch in Gelb."

Einer von vielen kleinen Iristuffs.
Und die Scilla. Sie hat vorgestern noch ein paar Sonnenstrahlen erwischt.

"Komm doch, lieber Frühling, lieber Frühling komm doch bald herbei.
Jag den Winter, jag den Winter fort und mach das Leben frei."
(Liedchen aus meiner Kinderzeit)