Montag, 22. September 2008

Aeonien - oder Erinnerungen an die Weihnachtsbäckerei 2007


O je, letztes Jahr ist es passiert. Eigentlich sollten die Kinder Weihnachtsplätzchen ausstechen. Doch nach kurzer Zeit verließ sie die Lust und bald standen meine Schwester und ich alleine in der Küche während die Kinder im Wohnzimmer tobten. Plötzlich dieses schreckliche Scherbenklirren und als wir in die gute Stube eilten lag sie auf dem Boden: eine große Aeonie, die im Haus überwinterte. Ein Hauptast war abgebrochen.
Ich nahm den Ast mit nachhause und schnitt 7 Kopfstecklinge daraus, die ich in ein Aussaterde-Sandgemisch steckte und auf die Küchenfensterbank stellte.

Aeonium arboreum, wie die Pflanze mit botanischem Namen heißt, gehört zu den Dickblattgewächsen (Crassulaceae) und kommt ursprünglich von den Kanaren und Marokko. Anfangs sitzen die Rosetten auf kurzen Stämmchen. Diese wachsen immer höher und verkahlen mit der Zeit von unten. Das sieht dann fast aus wie ein Rosettenbäumchen einer Grippenlandschaft aus dem Erzgebirge

Mehr über Äonien weiß Wikipedia zu berichten.

Dieses Jahr im Winter waren wir auf Mallorca. Dort sieht man die Pflanze an fast jeder Straßenecke. Sie blüht im Februar/März und setzt unzählig viel Samen an.


Die Bewohner der spanischen Insel pflanzen Aeonien in Töpfe ...

und Kübel.


Zurück zu meinen Rosettenbäumchen. Auf der Küchenfensterbank hat sich lange Zeit nichts getan. Es ging nicht vor-, aber auch nicht rückwärts. Im Mai stellte ich sie in den Sempervivengarten und vergaß sie fast ganz. Sie brauchen ja auch kaum Pflege: wollen nicht gegossen werden, wollen nur in die Sonne.
Aber letztens sind sie mir wieder aufgefallen: sie sind herrlich gewachsen und strotzen vor Gesundheit.
Freudig und stolz konnte ich sie meiner Schwester präsentieren. Sie durfte sich gleich die 4 schönsten mit nachhause nehmen - sozusagen als Entschädigung für den Weihnachtsplätzchen-Back-Schreck.

Bald müssen die Topfpflanzen wieder in die Küche umziehen - noch bevor ich den ersten Frost von der Windschutzscheibe kratzen muss. Dort hoffe ich, werden sie gut überwintern: hell und nicht zu warm. Dürfen kaum gegossen werden.

Hoffentlich klappt's.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Schöner Beitrag - wie immer, liebe Astrantia!
LG
Akaleia

Klaus hat gesagt…

Ja ein wirklich schöner Beitrag und eine sehr interessante pflanze

stadtgarten hat gesagt…

Ich glaube, die kenne ich auch aus dme Süden - allerdings bisher namenlos. Schön sehen sie aus, hoffentlich klappt es mit dem Überwintern. Aber meinst Du nicht, dass es in der Küche zu warm sein könnte?
Liebe Grüße, Monika

Wurzerl hat gesagt…

Liebe Astrantia,
natürlich wird es Deinen Aeonien nicht zu warm in der Küche. Sie brauchen auch im Winter ab 10 Grad. Auf Teneriffa hat es im Winter durchgehend Temperaturen bis 23 Grad auch winters, also paßt das schon. Die Pflanze hätte gerne etwas Tag- und Nacht-Temperatur-Absenkung. Wieviel genau sage ich Dir übernächste Woche, wenn ich von Teneriffa zurück bin, da frage ich sie, mein Bruder hat dort hunderte im Garten.
Liebe Grüße vom Wurzerl

Hillside Garden hat gesagt…

Astrantia, ich bin wieder da. Dein Header erinnert mich daran, dass ich das Helenium auch noch setzen wollte ...

Al

Astrantia im Garten hat gesagt…

Hallo zusammen, danke für eure netten Rückmeldungen, das motiviert zum Schreiben.
Lieber Stadtgarten,deine Frage ist durchaus berechtigt.
Wie bei allen sonnenverwöhnten Mittelmeerpflanzen ist nicht die Temperatur im warmen Zimmer das ausschlaggebende für ein Gelingen, sondern das fehlende Licht. Überwintert man eine Freilandpflanze im dunklen warmen Zimmer, kann sie vergeilen. Aeonien können dann mit totalem Blattfall reagieren und wenn man Pech hat gehen sie ein. Ist es aber kühl, stellen die Pflanzen ihr Wachstum ein und dann ist es auch nicht schlimm, wenn es dunkler ist.
Bei uns ist die Küche kalt, aber nicht weil wir nicht kochen, sondern weil wir NIE Heizung anhaben.
Eine Alternative wäre eine Pflanzenleuchte. Oder Wurzerl was meinst du?
Würde mich freuen, wenn dein Bruder mir Tipps für eine Überwinterung im Haus geben könnte.

Barbara hat gesagt…

Liebe Astrantia, dank deinem schönen post hat nun die seit Jahren von meiner Mutter gehütete Pflanze endlich einen Namen bekommen. Sie hat diese mal von einer Bekannten aus Portugal geschenkt erhalten und sie instinktiv "richtig" behandelt. Dass sie so leicht zu vermehren sind ist werde ich meiner Mutter mitteilen.
Liebe Grüsse, Barbara

GRUENZEUX hat gesagt…

oibvtjuhHallo Astrantia,
auch bei mir war dies lange eine namenslose Pflanze. Leider ist sie bei mir irgendwann zu "kopflastig" geworden, die Stengel konnten die Rosetten einfach nicht mehr halten. Und dann hat das vermutlich falsche Winterquartier die Pflanze gänzlich dahingerafft. Aber dank deines schönen Posts weiß ich jetzt, wie ich künftig ein solches Mallorca-Koffer-Mitbringsel behandle!

Viele Grüße
gruenzeux

Birgit hat gesagt…

Aeonium arboreum! Nun weiß ich endlich, wie die Pflanze, die ich Jahr für Jahr über den Winter schleppe, heißt. Ich mag sie außerordentlich gern, auch wenn sie über den Winter oft alle Blätter verliert. Aber ab Frühjahr bekommt sie dann immer wieder ihre schönen Rosetten. Danke für diese tolle und auch wunderschön bebilderte Erklärung.
LG Birgit

Lis hat gesagt…

Irgendsowas hab ich auch im Hof rumstehen, muss nachher gleich mal schauen ob eine Ähnlichkeit vorhanden ist!

LG Lis

Susanna hat gesagt…

Auch mein Pflänzchen hat jetzt einen Namen nur ich habe es im letzten Jahr, ganz unspektakulär, bei A… gekauft.

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