Samstag, 19. Juli 2008

In der Gärtnerei



Nachdem ich vor Kurzem schon den Diptam gezeigt habe, möchte ich heute mal die Staudengärtnerei "Burggraf" vorstellen.
Seit 2002 arbeite ich hier - ca. 3 Kilometer von meinem Wohnort entfernt.



Die Gärtnerei ist ein Produktionsbetrieb, d.h. hier werden die Pflanzen vermehrt und an Garten-Fachgeschäfte weiterverkauft. Na ja, wenn man sich vorher anmeldet, kann man auch vorbeikommen und sich seine Pflanzen aussuchen und mitnehmen.
(PS: Anmeldung deshalb, weil nicht immer jemand da ist)

Auf den folgenden Bildern sieht man das Topfquartier. Hier stehen die Pflanzen für den Verkauf bereit.



Im Schattenquartier warten hauptsächlich Hostas, Waldsteinia, Brunnera, Schattengräser ... und vieles mehr auf ein neues Plätzchen - irgendwo in einem schönen Garten. Oft frage ich mich, wo werden alle diese Pflanzen einmal wachsen.



Ungefähr 400 verschiedene Staudensorten und -arten werden hier angebaut.
Dabei stehen sowohl alte und bewährte Sorten im Vordergrund, aber auch neue Arten werden immer wieder mal ausprobiert...

Im Mutterpflanzenquartier wachsen die Mutterpflanzen. Wenn die richtige Zeit gekommen ist, werden sie geschnitten oder ausgegraben, geteilt, gesteckt und getopft.






Manche Kulturen werden ausgesät. Die Hauptaussaat- und Pikierarbeit ist für dieses Jahr getan. So stehen nur noch vereinzelt Aussaatplatten im Quartier.


Die Kinderstube der Semperviven:



In 'Quickpotplatten' (= "Kinderbettchen" der Pflanzen)sollen sie groß und stark werden.

Wenn die Zeit gekommen ist, werden sie getopft und ziehen in das Topfquartier um.



Eine Pflanzenlieferung wird gerade fertig gemacht:



Die meiste Zeit arbeite ich im Gewächshaus. Hier werden fast alle Vermehrungsarbeiten erledigt. Es gibt keine Maschinen - alles wird noch mit der Hand gemacht.



Nährstofflösungen, Meristemteilung und Hightec spielen hier noch keine Rolle - die Zeit scheint stehen geblieben zu sein.
Das ist einer der Gründe, warum ich mich hier so wohlfühle. Der Weg der Pflanze vom Samen oder dem Teilstück bis zum Weg in den Garten ist nachvollziehbar.

Zum Schluss einen kleinen Einblick in die Gärtnerei zur Zeit der Paeonienblüte: einer der Höhepunkte im Gartenjahr.



PS: vielleicht habt ihr am 26.7. um 18.45 Zeit. Da gewährt das SWR-Fernsehen/Rheinland-Pfalz in der Landesschau einen winzigen Einblick in meinen Garten und in die Gärtnerei. Zusammen mit den Gewinnern des SWR-Gartenzaubers 2008.

Kommentare:

Ulinne hat gesagt…

Wunderschön Anne!
Wenn das nicht so weit weg wäre von uns, würde ich dort gern mal einkaufen kommen. ;-)
Liebe Grüße
Ulrike

Lis hat gesagt…

Schön dass du uns mal einen Einblick in deinen gärtnerischen Arbeitsbereich gezeigt hast.
LG Lis

Bek hat gesagt…

Das muss ein schoener Arbeitsplatz sein, auch wenn die Arbeit selbst wahrscheinlich nicht immer leicht ist. Interessant, wie es hinter den Kulissen einer solchen Gaertnerei aussieht.
LG, Bek

HaBseligkeiten hat gesagt…

..das ist ja wie im "Schlaraffenland" für einen Hobbygärnter!!
Ein schönes Handwerk hast Du Dir ausgesucht, bestimmt auch manches Mal ziemlich anstrengend.

Die Kinderstube der Semperviven ist bei dir bestimmt sehr gut aufgehoben, liebe Grüße und vielen Dank für den Fernsehtip,
Heidi

Bella hat gesagt…

Da ist ja doch noch sehr viel Handarbeit bei Deiner Arbeit, Maschinen und Pflanzen passen halt noch nicht so gut zusammen. Schöner Einblick.
LG Bella

Hillside Garden hat gesagt…

Sieht alles sehr gepflegt aus, da geht mir das Herz auf! Ich würde sehr gerne einkaufen, aber ich hab doch gar keinen Platz mehr!

Al

Ute hat gesagt…

Liebe Anne,
einen schönen Arbeitsplatz hast du da! Er erinnert mich an ein halbes Jahr, das ich vor vielen vielen Jahren in einer Baumschule in Wuppertal bei einem Praktikum verbracht habe. Dort habe ich ebenfalls viel Freude bei den Vermehrungsarbeiten gehabt. Noch heute erinnert mich der Duft von frischer Erde daran. Und auch, wenn mein Weg dann doch in eine andere Richtung gegangen ist, bin ich immer noch dankbar für diese Erfahrung und für das Erleben der Zufriedenheit, die man bei dieser schaffenden Tätigkeit haben kann.
LG Ute

guild-rez hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
guild-rez hat gesagt…

Schöne Fotos von einer deutschen Gärtnerei.
Die Kinderstube der Semperviren hat es mir angetan:).
Gern besuche ich die Gärtnereien in unserer Gegend in Süd Ontario, in der Nähe der Niagara Fälle.
Im Herbst kann man dort privat einkaufen, normalerweise nur für den Handel offen.
LG aus Toronto Canada.

Anke hat gesagt…

Hallo Anne,

vielen lieben Dank für diese wunderbaren Eindrücke von Deinem Arbeitsplatz, dort würde ich auch gerne arbeiten, das ist ja wie im Paradies.

Liebe Grüße
von Anke

Naturwanderer hat gesagt…

Das bekommt man nicht alle Tage zu Gesicht, so eine schöne Gärtnerei. Das dir die Arbeit dort Freude macht, kann ich auch gut verstehen, in so einer geflegten Gärtnerei ist sicher ein gutes "Klima", im doppeltem Sinn.
Die Semperviven-Kinderstube ist ja reizend anzushen, sicher eine fummelige Angelegenheit, alles so exakt auf Linie zu bringen? Dazu hätte ich gleich mal eine Frage,einige meiner Sempervivien blühen sehr schön, läßt man sie einfach stehen, bis sie abgeblüht sind, oder soll ma sie vorher abschneiden??? Ich bin totaler Laie auf dem Gebiet. Mein Interesse an ihnen ist durch die Blogleserei geweckt worden, nun machen sie mir richtig Freude.
Danke für die tolle Vorstellung.
Lieber Gruß
von Edith

Ute hat gesagt…

Liebe Anne, noch ein kleiner Nachtrag: ich freue mich immer sehr über deine schönen Beiträge und möchte dir deshalb einen Award verleihen. Du findest ihn auf meinem Blog.
LG von Ute

Monika hat gesagt…

Hallo Anne, schön dein Arbeitsplatz. Manchmal wünschte ich mir auch mehr Nähe zur Natur. Die Arbeit am Computer ist nicht halb so spannend.
Liebe Grüße Monika

Margit hat gesagt…

Das klingt nach einem interessanten und befriedigenden Arbeitsplatz. Schön, wenn man aus der täglichen "Schufterei" auch so viel Freude ziehen kann.
Die Wurzen-Kinderstube sieht reizend aus - schade, dass ich nicht einfach ein paar Töpfchen vom Bildschirm nehmen kann!
Herzliche Grüße, Margit

Barbara hat gesagt…

Da bin ich doch gleich einen Tag zu spät am Lesen hier, sonst hätte ich doch noch den kleinen filmischen Einblick in die Gärtnerei und deinen wunderschönen Garten haben können. Ich habe mal einen Tag in einer Gärtnerei miterleben dürfen als ein Patenkind meines Mannes dort arbeitete und "offene Tür" hatte. Da weiss man am Abend, was man geleistet hat. Das Resultat ist sichtbar....wie auch auf deinen tollen Bildern.
Liebe Grüsse, Barbara

Wurzerl hat gesagt…

Liebe Astrantia, der Post weckt Erinnerungen!!! Schade, daß ich ihn erst heute gelesen, daher den Fernsehtipp übersehen habe. Grrrrrh!!
Ich wünsche Dir eine gute Woche
Wurzerl

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