Montag, 24. März 2008

Alte Bauerngartenstauden - Scharbockskraut


Das Scharbockskraut, Ranunculus ficaria, ist fast in ganz Europa zuhause. Man findet es auf nährstoffreichen und humosen Böden in Au- und Laubwäldern, in Hecken, Obstgärten, Parkanlagen und alten Gärten. Wo die Pflanzen nicht stören, können sie wertvolle hübsche Frühlings-Bodendecker sein, die sich im Mai wieder vollkommen in die Erde zurückziehen.
Aber wehe die Wildform nistet sich in kleineren Gärten ein! Dort kann sie zu einem großen Übel heranwachsen - man wird dem Ranunkelgewächs kaum noch Herr.

Dabei gibt es eine hübsche gefüllte Form, die bereits seit dem 18. Jahrhundert in deutschen Gärten bekannt ist und die sich mit ihrer Fortpflanzung zurückhält. Die Rede ist von Ranunculus ficaria 'Flore Plena'.

Die Staude wächst schon seit einigen Jahren bei mir im Garten und tatsächlich hält sich ihr Ausbreitungsdrang in Grenzen.
Dort, wo im Mai die Funkien sprießen habe ich das hübsche gelbe Blümchen angesiedelt.


Bereits im Januar drängen die kleinen grünen Blättchen aus der Erde. Auf die Blüte muss man dann aber noch 6-8 Wochen warten.
In dieser Zeit, also der Zeit vor der Blüte, bieten die Blättchen eine willkommene "grüne", nach Kresse schmeckende Abwechslung auf dem Butter- oder Käsebrot.
Der deutsche Name " Scharbock" bezieht sich auf die Vitamin-Mangelerkrankung Skorbut. Früher, als man im Winter frische Vitamine noch nicht von der Theke kaufen konnte, litten die Menschen an dieser Krankheit. Das Scharbockskraut spendete als eine der ersten Pflanzen lebensnotwendigen Vitamine.
Wenn das Kraut jedoch zu blühen beginnt, darf man es nicht mehr verwenden, denn dann sammeln sich in den Blättern Giftstoffe an! Man sollte sich also ein bisschen mit der Pflanze auskennen!

In den letzten Jahren erfreuen sich die Scharbockskraut-Formen wachsender Beliebtheit, denn inzwischen hat sich herumgesprochen, dass sie nicht mehr wuchern. Zudem haben sie interessante Blattfärbungen und hübsche Blütenvariationen.

Sorte 'Brazen Hussy' wurde 1976 in der Natur der Grafschaft Kent gefunden. Sie allerdings breitet sich etwas mehr aus als ihre gefüllten Schwestern. Die sattgelben Blüten stehen in hübschem Kontrast zu den dunklen Blättern.

Das Einkaufskörbchen meines Raritätenmarktbesuches in Ffm im Jahre 2005.
U.a. befinden sich 2 schöne Scharbockspflänzchen, Ranunculus ficaria 'Primerose' darin. Sie haben sich wunderbar im Garten eingelebt.



Tja, ich kann Herrn Waggerl nicht zustimmen, wenn er behauptet, niemand würde das Scharbockskraut genießen, denn ich tue es in jedem Frühling auf's Neue.

"Gott schuf das Scharbockskraut.
Indessen,
den Bock dazu hat er vergessen,
weshalb das Kraut zwar grünt und sprießt,
jedoch vergebens,
weil niemand kommt, der es genießt."





Kommentare:

Naturwanderer hat gesagt…

Hallo Astrantia, dein Bericht vom Scharbockskraut habe ich mit Interesse gelesen. Das es auch soviele Züchtungen gibt, war mir neu. Ich mache hier am Kaiserstuhl ja öfter Wildkräuterführungen, aber mit der Empfehlung, das Scharbockskraut als Salatbeigabe oder auf's Brot, halte ich mich sehr zurück. Denn bei ungeübter Handhabung kann schnell mal eine für mich unangenehme Situation entstehen, dem gehe ich aus dem Weg. Um ehrlich zu sein, probiert habe ich das Scharbockskraut auch noch nie.
Dir einen schönen Tag
wünscht Edith

Lis hat gesagt…

Also ich kenne auch nur die Wucherform von dieser Gattung. Dass es so viele verschiedene Sorten gibt war mir bis gerade eben völlig neu! Das Teil mit den dunklen Blättern ist wirklich hübsch und zwischen den Hostas ist der Platz wirklich genial und essen kann man es auch noch!
Apropos Salat: Ich habe meinem GG gestern unter den Feldsalat Giersch, Löwenzahn und Gänseblümchen gemischt! Er hat allen Ernstes geglaubt dass ich ihn vergiften will *lach*
LG LIs

Barbara hat gesagt…

Ich kannte die gefüllten Sorten des Scharbockskrauts ebenfalls nicht. Sie würden mir sehr gefallen, wenn ich nicht schon dieses verflixte Wildkraut UEBERALL in meinem Garten hätte. Ich habe es nur einmal in einem Salat ausprobiert, aber es schmeckt recht bitter. Werde es in Zukunft für die Küche wohl bleiben lassen ;-) !!
Liebe Grüsse, Barbara

Astrantia im Garten hat gesagt…

Hallo zusammen,
@ Edith, ja bei Führungen sollte man wirklich vorsichtig sein - man weiß nie, wie die Zuhörer das verstehen und behalten. Aber man müsste schon eine Menge vom Kraut nach der Blüte verzehren. Und ...
...@ barbara, wenn es bitter schmeckt, ist es eindeutig zu spät. Die Blättchen müssen noch weich sein und wie gesagt, nichts darf blühen!
... das gilt auch @ Lis. Falls sie doch einmal schlimmeres im Schilde führt. Lis ich habe Zeugen, dass ich dich aufgeklärt habe!
Oder?
Astrantia

Anonym hat gesagt…

..ich habe nur das "Vulgäre" und das bringt mich zur Weißglut....:o))

Aber die anderen Varianten sind wunderschön.

LG
Akaleia

Fuchsienrot hat gesagt…

Ich kannte bisher auch nur das Wildkraut und wusste nicht, dass es so viele Züchtungen gibt. Die gefüllte Variante ist ja wirklich wunderschön. Ein sehr interessanter Post, vielen Dank dafür.
LG
Angelika

stadtgarten hat gesagt…

Leider habe ich nur die Wildform im Garten - und davon zur Genüge...
Vielleicht sollte ich es mal anfangen, es aufzuessen, um es in den Griff zu kriegen (wird beim Giersch ja auch empfohlen!)
Liebe Grüße, Monika

Monika hat gesagt…

Astrantia, ich kämpf leider auch mit der Wildform im Garten. Wenn ich grad dabei bin, versuch ich es rauszuhacken - ansonsten zieht es sich ja gsd tatsächlich wieder zurück.
Gegessen hab ich es noch nie, obwohl es mir bekannt war, daß man es vor der Blüte gut im Salat verwenden kann.
Auf jeden Fall werd ich die Augen offen halten und wenn mir dann die gefüllte Form über den Weg läuft .... zuschlagen.
Liebe Grüße Monika

Achja, könntest du mal eine Anleitung über den Frühjahrsputz der Dachwurze machen ? Wär toll.

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