Sonntag, 3. Februar 2008

Sempervivum 2 - ... denn sie sind veränderlich.

In diesem Winter schlägt das Wetter Kapriolen. Mal ist es eiskalt, dann frühlingshaft warm, dann regnet es in Strömen und heute Morgen hat sich Väterchen Frost wieder breit gemacht, aber für die kommende Woche ist wieder warm gemeldet.
Wie vertragen das meine Favoriten, die Semperviven. Sind sie wirklich so gut wie ihr Ruf?
Sie sind! Heute morgen bin ich mit meiner kleinen Digi in den Garten gegangen und war erleichtert: Sie stehen fett und allesamt schön auf ihrem Platz.



In meinem Poesiealbum stand einmal der Vers: "A. lerne Menschen kennen, denn sie sind veränderlich..."
...genauso wie die Semperviven.
Im Winter haben die meisten eine dunkle, rötliche Färbung und im Sommer sehen sie dann wieder ganz anders aus. Manche ähneln sich zu bestimmten Zeiten dermaßen, dass man sie kaum auseinanderhalten kann. Aus diesem Grunde habe ich mir ein Schaubeet angelegt, in das ich jeweils einen Topf von jeder Sorte gestellt habe - ganz sorgfältig beschriftet, natürlich! So lerne ich sie am besten kennen und kann sie gut beobachten.
Das Schaubeet ist ein schmiedeeiserner flacher Tisch, dessen Boden aus einem stabilen Baudraht besteht. So kann das Wasser immer gut ablaufen und es gibt keine Staunässe. Der Tisch steht in voller Sonne im Senkgarten.
Heute habe ich von einigen Töpfen Bilder gemacht und sie mit denen vom Frühjahr/Sommer verglichen. Seht selbst, was ich festgestellt habe:


Oben: Grey Dawn. Im Sommer hell-grüngrau, rosa Außenblätter; im Winter: rote Färbung.
Unten: Hey Hey. Im Frühling rot mit grünen Kindeln. Im Winter grün mit roter Unterseite.


Oben: Takuti, hellgrün mit entzückendem roten Rand; heute: dunkelrot mit grüner Mitte.
Unten: Walpurga, die Dunkelste von allen. Ihre Färbung bleibt konstant. Links die Jungpflanze im Juni.

Oben: Oddity, mit der ungewöhnlichsten Blattform. Macht unerwarteter Weise auch im Winter eine gute Figur.
Unten: Rita Jane, eine ganz Große. Im Sommer graugrün, im Winter rötliches Braun.


Oben: Babsi, ganz klasse! Mitte: Fanni, sieht immer wieder anders aus. Unten Feldmaier. Bekommt im Herbst ausgeprägte Streifen. Große Rosette.


Oben: Fernandina. Mitte: Flamingo. Unten: Maria Laach - seit Jahren der "grüne Favorit"


Einer mit vielen Gesichtern ist Othello. In manchen Phasen erkenne ich ihn gar nicht. Sein Markenzeichen: eine der größten roten Rosetten, gleichmäßige Anordnung der Blätter (alle 4 Bilder stellen Othello dar).


'Rubin' verarbeite ich wegen ihres leuchtenden Rots und ihrer kleinen Rosetten sehr gerne in Schalen. Sie wechselt vom glänzenden Rot ins Grün und kurz darauf wieder zurück ins Rote.


Aber der hier ist der Clown: Gay Jester. ich freue mich schon darauf, wenn er im Frühjahr wieder seine Wechselspielchen treibt und vom dunklen Winterrot in grelles Grün mit Rot wechselt, oder doch umgekehrt? Und zwischendurch hat er Streifen wie ein Rotgrünes Zebra.
In diesem Sinne Helau und Alaaf bis zum nächsten Mal.
Astrantia

Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Gerade heute habe ich angefangen einen kleine post ebenfalls über Semperviven vorzubereiten, den ich irgendwann im Februar mal zeige. Aber verglichen mit deinen vielen wunderschönen Pflanzen, ist meine Sammlung sehr winzig. Ich liebe diese sukkulenten Pflänzchen sehr. Dein Tisch ist der ideale Schaukasten für deine wertvollen Schönheiten. Es war eine Wonne sie anzuschauen. Werde es zu einem späteren Zeitpunkt nochmals tun. Danke für das Vorstellen!
Liebe Grüsse,
Barbara

Lis hat gesagt…

Ach du liebe Güte, jetzt weiß ich auch warum ich meine Semperviven immer verwechsle! Ist ja auch kein Wunder wenn die ständig ihr Aussehen verändern. Allerdings hab ich's bei dieser Pflanzengattung eh nicht so mit den Namen, vielleicht weil sie bei mir bis vor kurzem unter "ferner liefen" vorhanden waren.
Deine Fotos sind echt spitze, trotzdem werde ich wohl nie ein so großer Sempervivenfan wie du es bist werden. Redest du trotzdem noch mit mir? *lach*

LG Lis

Naturwanderer hat gesagt…

Da bin ich aber baff, soviele verschiede Semperviven, das habe ich nicht gewußt. Wir haben auch ein paar, mein Mann pflegt sie. Ich habe mich schon immer gewundert, wieso sie plötzlich anders aussehen, dachte schon, wir haben eine neue Sorte, nun ist alles klar.Danke, für die tolle Gegenüberstellung.
Eine gute Woche
wünscht Edith

Margit hat gesagt…

Ich habe auch einige Semperviven in einer Mauer und in Töpfen verteilt im Garten. Meine Lieblingsstaudengärtnerei kann ich einfach nicht verlassen, ohne jedesmal ein, zwei neue Sorten mitzunehmen. Zu Hause werden sie immer gleich auf mehrere Pflanzstellen aufgeteilt, die Schildchen verwurstle ich sowieso, sodass ich es aus Bequemlichkeit aufgegeben habe, mir die Namen zu merken bzw. zu notieren.
Umso mehr bin ich beeindruckt von der Mühe, die du dir mit dem Schautisch machst. Eine super Idee ist das und sicher auch ein toller Hingucker im Garten!
Oddity hat wirklich eine sehr ungewöhnliche Blattform. Ich glaube nicht, dass ich die schon mal irgendwo gesehen habe.
Liebe Grüße, Margit

Der Garten hat gesagt…

Schade, dass unser Gründach nur vom vermieteten Teil des Hauses zu sehen ist, das wäre der optimale Platz für diese vielen variantenreichen Pflänzchen und eine neue vielfältige Sammlung. Und dort hätten sie vielleicht auch noch ganz gute Überlebenschancen vor allzu eifrig pickenden Drosseln.
Aber so erfreue ich mich ersteinmal an diesem Post und fange mal an zu überlegen, ob unser Hof irgendwann noch ein paar weitere Pflanzgefäße gebrauchen könnte...
Liebe Grüße
Silke

Ute hat gesagt…

Hallo Astantia,
eigentlich sollte ich ja noch im Bett liegen (Schnupf!), doch deine Semperviven sind einfach nur toll. Da musste ich doch noch mal schreiben. Wie schaffst du es, alle die Sorten auseinander zu halten? Hast du alle mit Namen versehen? Ich war übrigens zwischenzeitlich im Baumarkt und habe beim Rausgehen das Lavastreugut bemerkt. Ich habe gleich einen Sack mitgenommen, da ich meinen wenigen Semperviven auch mal etwas gutes tun will. Und wer weiß, vielleicht wachsen sie dann ja auch so rasant wie deine.
LG Ute

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