Samstag, 9. Februar 2008

Liebe auf den vierten Blick ... Sanse-vier-ia



Nie im Leben hätte ich gedacht, mir "Sowas" freiwillig in die Wohnung zu stellen. Die Sansevierien hatten für mich immer so was Spießiges.
Tja bis ich dann vor einiger Zeit einen Ableger geschenkt bekommen habe mit der Bemerkung:

"Das ist eine kleinwüchsige Sorte. Sowas hat es früher nicht gegeben!".
"Ach ja, gibt es verschieden Sorten? "
(Na und.)

Ich wollte sie nicht wirklich haben und habe sie an meine Schwiegermutter weiterverschenkt. Schließlich heißt die Pflanze ja auch "Schwiegermutterzunge."
Sie hat sich übrigens sehr darüber gefreut und wusste sie zu würdigen.
Irgendwann lag ein neuer Ableger auf dem Kompost, denn der "kleine Zwerg" wächst ganz schön in die Breite - sagt(e) man(n). Nun packte mich doch sowas wie Mitleid und ich nahm mich der Verschmähten an. Ich pflanzte sie in einen Topf und stellte sie auf die Fensterbank.


Aber dann dachte ich: "Eine Pflanze alleine wirkt nicht!" Also habe ich mir ein zweites, höheres, anders-farbiges Exemplar dazugeholt. Es dauerte nicht lange, da schoben sich die ersten grünen Spitzen meiner Neuen durch die Erde - und sie hat im ersten Jahr sogar schon geblüht: reizende kleine, weiße, duftende Blütchen an einer langen Rispen, ähnlich wie die von Graslilien. Und die Pflanze wächst und wächst und fühlt sich wohl bei mir.


Sansevieria trifsciata. Links die 2. Pflanze, rechts "Der kleine Zwerg"
Der "kleine Zwerg" hingegen motzt mit mir: er wächst nicht. Er hält sich zwar wacker aber scheinbar bestraft er mein früheres Desinteresse mit vornehmer Zurückhaltung.

Inzwischen weiß ich einiges über Sansevieren
  • z.B. wie die Pflanze zu ihrem deutschen Namen Bogenhanf kam: afrikanische Urvölker verarbeiteten die zähen Blattfasern zu Bogensehnen

  • z.B dass die Zimmerpflanze für ein gesundes Raumklima sorgt, indem sie bestimmte Umweltgifte abbauen kann.

  • z.B. dass sie zur Giftpflanze des Jahres 2006 gewählt wurde. Übrigens das Jahr, meiner ersten Sansevieria.

Mittlerweile haben sich zu meinen ersten beiden Pflanzen 2 weitere Exemplare dazugesellt, und garantiert sind es nicht die letzten ihrer Art.


Sansevieria cylindrica 'Skyline'. Ihre Blätter sind rund und ragen steil zur Decke.


Diese Sorte hat im Gegensatzt zu den anderen längs- und quergestreifte Zeichnungen.

Ich würde mir jetzt nur noch eines wünschen. Einen Wunsch an den "kleinen Zwerg" aus dem Kompost: bitte bitte, trage mir meine anfängliche Ignoranz nicht weiter nach und zeige mir bitte, bitte in diesem Jahr die ersten Spitzen deiner Nachkommenschaft. Ich sorge auch dafür, dass du in diesem Sommer wieder ein warmes helles aber nicht zu sonniges Plätzchen auf der Terrasse bekommst und dass du nur mäßig gegossen wirst. Ich weiß ja, du trägst es mir nicht einmal nach, wenn ich wieder mal vergesse dir Wasser zu geben. Aber bitte, bitte: wenigstens ein kleines neues Spitzchen in diesem Jahr!


Sansevierien, Kaktus und Agave
Bringen einen Hauch Afrika in die gute Stube
Karibu Africa


Kommentare:

Lis hat gesagt…

Für mich haben die Sansevierien so einen Hauch von Großmutterpflanzen und damit liege ich ja auch richtig. Ich habe allerdings keine und möchte auch keine haben. Meine Fensterbänke sind für solche Giganten einfach zu klein und schmal und um den Rest der freien Plätz streiten sich die Orchideen rum :-)
Schönen Sonntag
LG Lis

Birgit hat gesagt…

Das ist sehr mutig von Dir, Dich der Sansevierien anzunehmen. Aber so ist das manchmal, plötzlich entdeckt man seine Liebe für Dinge oder auch Pflanzen, für die man früher nichts übrig hatte oder die man einfach ignorierte. Auch ich kenne die Sansevierien von meinen Großmüttern, auch von meiner Mutter. Fand sie immer hässlich. Aber genauso ging es mir früher mit z. B. Hosta und Fuchsien. Heute liebe ich beide heiß und innig und kann einfach nicht genug davon haben. Wobei es sich bei den Fuchsien wg. des mangelnden Überwinterungsplatzes leider in Grenzen halten muss.

Trotzdem, interessanter Post.
Schönen Sonntag noch und liebe Grüße, Birgit

Akaleia hat gesagt…

Astrantia, endlich habe ich mich auch angemeldet um dir auf diesem Wege meine Freude über die schönen Blog-Beiträge zu kommentieren. Mein Töchterchen hat einige megagroße Sansivirien von meinen Eltern geerbt -also mindestens circa 30 Jahre alt - sie sind schon erstaunliche Pflanzen und wunderschön. Aber wenn man zudem ein Faible für Sukkulenten hat(und das hat sie eindeutig) - dann ist man auch diesen Pflanzen verfallen..:o))
LG
Akaleia

Wurzerl hat gesagt…

Liebe seelenverwandte Astrantia, wer Sukkulenten liebt, liebt auch irgendwann in seinem Leben Sanseverien! Mach Dir keine Sorgen um Deinen Zwerg, er will nur eine Weile mit Umtopfen verschont bleiben und wenn Du ihm regelmäßig erzählst (ich gehe jetzt einfach mal davon aus, daß auch Du mit Deinen Pflanzen ab und zu sprichst?!) wie sehr Du ihn schätzt und daß er sicher bleiben darf, dann wird er sich bald aus der Erde heraustrauen. S.trifasciata "Golden Hahnii" und "Silver Hahnii" finde ich übrigens auch sehr sammelwert.
Es freut mich, daß Du Freude an East Lambrook hattest, nicht umsonst habe ich Dir diesen Post gewidmet.
Ich wünsche Dir einen guten Wochenbeginn Wurzerl

Ute hat gesagt…

Ich sehe, es geht vielen so wie mir. Sansevierien sind Großmutterpflanzen genauso wie z. B. auch Anthurien (für mich). Die kommen aber zur Zeit auch wieder in Mode. Vielleicht bekommt man nach Jahrzehnten auch einen anderen Blick auf die Pflanzen und entdeckt sie wieder neu. Das ist doch schön.
LG Ute

HaBseligkeiten hat gesagt…

.....im Büro habe ich mir 3 schöne große Sansevierien in silbernen Kübeln an ein Nordfenster gestellt, sieht sehr edel aus. Früher hat man Sansevierien in gewobene beigefarbene Plastikübertopfe gestellt daneben noch ein Usambaraveilchen dekoriert .... .
Ich glaube jede Pflanze kann man so stellen dass ihre Schönheit und ihr "Charakter" zur Geltung kommt.
Vielen Dank für die ausführlichen und intressanten Infos über die "Schwiegermutterzunge",
liebe Grüße Heidi

Margit hat gesagt…

Ich mochte diese Pflanzen auch nie. In meiner Heimat standen sie früher in allen verrauchten, vergammelten Wirtshäusern auf den Fensterbänken. Jetzt weiß ich auch wieso: Raumklima... Die Armen, hatten dort ganz schön was zu tun.
Ein Kümmerpflänzchen habe ich auch von Wohnung zu Wohnung und vor Jahren ins Haus mitgeschleppt und mich heuer erst ihrer erbarmt. Sie in einen neuen Topf gepflanzt, mich gekümmert. Und jetzt schiebt sie grad neue Blättchen. Ich weiß nicht wieso es Jahrzehnte gedauert hat, bis ich sie mochte. Vielleicht sind Sanseverien auf den Fensterbänken eine Alterserscheinung;)?
Übrigens habe ich dir bei mir in den Kommentaren was bzgl. Bezugsquelle zur "wahnsinnigen Spaghettibohne" hinterlassen!
Liebe Grüße, Margit

Naturwanderer hat gesagt…

Du machst mir richtig Mut, unsere Sanseverien mal genauer unter die Lupe zu nehmen.Die betreut nämlich immer mein Mann, ich wollte sie auch schon öfter dem Komposthaufen anvertrauen, aber mein Mann hat sie immer wieder gerettet.Vielleicht geht es mir wie dir und ich mag sie plötzlich auch???
Eine gute Woche sagt Edith

stadtgarten hat gesagt…

In irgendeinem Heft habe ich vor Kurzem gelesen, dass die Sanseverien wieder total "in" sein sollen. Bei mir fristen sie seit Jahren leider ein Schatten-Dasein, denn irgendwie waren sie mir eine Zeitlang zu langweilig und da habe ich sie dann mit ins Büro genommen.
Aber eigentlich haben sie doch was ....
Schön, dass Du sie hier mal zu neuem Glanz gebracht hast!
Liebe Grüße, Moni

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